Ernte 2016

Britischer Weizen lässt hoffen

Der Wintergerstendrusch steht im gesamten Vereinigten Königreich vor dem Abschluss, berichtet der Branchenverband AHDB. Es bestätigen sich die unterdurchschnittlichen Erträge. Landwirte melden überwiegend 5,9 bis 6,3 t/ha – bei einer ungewöhnlich weiten Spanne von 3,7 bis 9,6 t/ha. Sicher ist jetzt, dass der Fünfjahresdurchschnitt für britische Wintergerste von 6,8 t/ha verfehlt wird. Aber ob es 7 Prozent weniger oder 14 Prozent weniger werden, können die Experten vom AHDB noch nicht sagen.

Auffallend niedrig ist 2016 auch das Hektolitergewicht, das AHDB auf durchschnittlich 58 kg/hl schätzt, bei einer Spanne von 48 bis 69 kg/hl. Für die Landwirte stellt sich jetzt die Frage, ob sie aufreinigen und damit auf Ertrag verzichten oder ob sie die schwache Gerste mit Abschlägen verkaufen.

Winterraps mit starken Ausreißern

Der Drusch von Winterraps ist im Vereinigten Königreich ebenfalls weit fortgeschritten. Die Landwirte haben meist 3,0 bis 3,2 t/ha eingebracht, bei einer sehr großen Spanne von 1,2 bis 5,0 t/ha. Der Fünfjahresdurchschnitt beträgt bei Raps 3,6 t/ha. Die extremen Ausreißer nach unten führt AHDB auf Phoma und weitere Pilzkrankheiten sowie Befall mit dem Erdfloh zurück. Hinzu kam häufig eine starke Verunkrautung mit Ackerfuchsschwanz, Disteln und Klettenlabkraut. Über die Ölgehalte liegen noch keine verlässlichen Aussagen vor.

Erster Weizen mit guten Qualitäten

Von der Winterweizenfläche im gesamten Vereinigten Königreich waren bis zur Wochenmitte erst 5 Prozent gedroschen. Es handelt sich um frühreife Sorten im Süden und Osten Englands. Bisher ist die Spanne der Erträge nach Angaben von AHDB mit 5,4 bis 12,5 t/ha extrem hoch. Der Fünfjahresdurchschnitt beträgt 7,9 t/ha. Als erste Tendenz treffen die Experten die Aussage, dass die diesjährigen Erträge im Endeffekt etwa auf dem Durchschnittsniveau oder leicht darüber angesiedelt sein könnten. Wo sehr niedrige Erträge gedroschen werden, ist häufig Befall mit dem Gelbverzwergungsvirus oder eine starke Verunkrautung mit Ackerfuchsschwanz zu finden.

Auch die ersten Qualitätsaussagen stellt AHDB unter Vorbehalt. Nach den bisherigen Beobachtungen sind die Hektolitergewichte mit 68 bis 78 kg/hl in Ordnung und die Fallzahlen hoch. Zu den Eiweißgehalten gibt es jedoch noch keine Aussagen. (db)
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