Ernte 2016

Britischer Weizen mit Ausreißern

Von der Winterweizenfläche im gesamten Vereinigten Königreich waren bis Dienstag etwa 60 Prozent gedroschen, berichtet der Branchenverband AHDB. Bisher ist die Spanne der Erträge mit 2,5 bis 12,5 t/ha zwar extrem hoch. Es könnte aber sein, dass im Durchschnitt ein Ergebnis zwischen 7,8 und 8,0 t/ha erreicht würde, das nahe dem Fünfjahresmittel von 7,9 t/ha liegt. Als Gründe für die Ausreißer nach unten nennen die Berater Staunässe, Befall mit dem Gelbverzwergungsvirus, starke Verunkrautung mit Ackerfuchsschwanz sowie Pilzkrankheiten.

Schwache Ergebnisse im Süden Englands

Nach den bisherigen, noch nicht repräsentativen, Messergebnissen von AHDB erreichen die spezifischen Gewichte im Mittel 76 kg/hl, bei einer Spanne von 72 bis 80 kg/hl. Die Proteinwerte kommen auf durchschnittlich 12,9 Prozent. Die Fallzahlen beziffert der Verband im Mittel mit 280 Sek. Hier gibt es jedoch nach den Regenfällen vom Wochenanfang ebenfalls Ausreißer nach unten. Im Südosten berichtet AHDB von Auswuchs bei den spätreifen Sorten. Im Südwesten soll ein Großteil des in dieser Woche gedroschenen Weizens nur Futterqualität aufweisen.

Erste Ergebnisse liegen zur Sommergerste vor, die bis Dienstag zu 35 Prozent gedroschen war. AHDB kann wegen der weiten Spanne der Ertragsergebnisse noch keine nähere Prognose zum Durchschnittsertrag 2016 geben – bislang liegt die Erwartung zwischen 5,8 bis 6,3 t/ha – im Vergleich zu 5,6 t/ha im Fünfjahresmittel. Das bedeutet, dass britische Sommergerste sicher überdurchschnittlich abschneidet.

Hohe Erträge in Schottland

Vor allem in Schottland, wo der Anbau große Bedeutung hat und der Drusch in dieser Woche begonnen hat, sollen die Erträge der Braugerstensorten gut sein. Dort hört AHDB auf den Betrieben von 5 bis 25 Prozent Mehrertrag. Auch das Hektolitergewicht stellt mit 65 kg bis jetzt zufrieden.

Der Wintergerstendrusch ist bis auf minimale Restflächen in Schottland beendet. Der nationale Durchschnittsertrag könnte bei 6,0 bis 6,2 t/ha landen, also mit Sicherheit deutlich unter dem Fünfjahresmittel für britische Wintergerste von 6,8 t/ha. Sehr niedrig ist 2016 das Hektolitergewicht mit durchschnittlich 58 kg/hl. Die Gründe für die schwachen Erträge, die in einzelnen Betrieben bis zu 3,7 t/ha abfallen, sind wie bei Weizen Staunässe, Unkraut und Virusbefall.

Winterraps mit kleinen Körnern

Der Drusch von Winterraps ist im Vereinigten Königreich ebenfalls fast beendet. Die Landwirte haben im Durchschnitt nach Schätzungen von AHDB niedrige 3,0 bis 3,2 t/ha eingebracht, bei einer sehr großen Spanne von 1,0 bis 5,0 t/ha. Das Ertragsmittel über fünf Jahre beträgt bei Raps 3,6 t/ha. Der Ölgehalt pendelt sich bei 42 Prozent ein, was etwas weniger als in den Vorjahren ist. Die Spanne beträgt 39 bis 45 Prozent. Landwirte berichten auch von kleinen Rapskörnern. (db)
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