Deutscher Weizenmarkt von Börse abgekoppelt


Am Kassamarkt werden hohe Prämien für Weizen gezahlt. Die Börsenkurse bewegen sich überwiegend seitwärts.

Während die Prämien am Kassamarkt ein weiterhin beachtliches Niveau aufweisen, dümpeln die Kurse für Mahlweizen an der Matif vor sich hin. Der Frontkontrakt März 2013 notiert heute gegen 12.45 Uhr bei 248 €/t, das ist ein Plus von 0,75 €/t gegenüber Vortag. Die Weizen-, Mais- und Soja-Futures an der Chicago Board of Trade notieren zu dem Zeitpunkt ebenfalls mit einem leichten Plus.

Einzig der Raps-Future für den auslaufenden Frontmonat März 2013 an der Matif ist deutlich fester als am Vortag: Er notiert bei 483,50 €/t heute Mittag 3,25 €/t über dem gestrigen Schlusskurs. Der folgende Fronttermin Februar wird mit einem Preisabstand von 25,75 €/t bei 457,75 gehandelt. Interessant wird sein, in welche Richtung dieser Preisabstand zusammenschrumpfen wird, bis der März-Kontrakt Ende dieser Woche von Bord geht.

Am Kassamarkt sind für B-Weizen, franko Mühlen in Norddeutschland, gut 270 €/t und je nach Parität auch mehr zu erzielen, das entspricht einer Prämie von mindestens 22 €/t auf die aktuelle Matif-Notierung. Die Mischfutterindustrie hat nach Angaben aus dem Handel auch kurzfristig Bedarf. Abgeber halten sich derzeit zurück, da sie keinen Druck sehen, ihre Ware schnell zu verkaufen und bereit sind, auf bessere Preise zu warten.

Zum Kaufverhalten der Mühlen gibt es unterschiedliche Meldungen am norddeutschen Markt. Händler im Raum Hamburg sehen die Müller erst wieder ab März reger am Markt. Im Nordwesten ist vereinzelt von kurzfristigerem Kaufinteresse die Rede. B-Weizen, franko Hamburg, gilt im aktuellen Preisgefüge am Kassamarkt als unterbewertet. Hier bewegt sich die Prämie zwischen 16 und 18 €/t für Ware Basis Februar über dem Matif-Märztermin.  Unabhängig davon gehen Händler davon aus, dass der Export von den deutschen Seehäfen aus ab März/April wieder richtig an Fahrt gewinnt. (pio)
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