Drusch auf den Höhenlagen im Hintertreffen


In den westlichen Mittelgebirgen stehen noch 60 bis 75 Prozent der Getreidebestände auf dem Halm. Abgeschlossen ist dort bisher nur die Wintergerstenernte.

Mit den besseren Wetteraussichten dürfte zumindest die Rapsernte in den kommenden Tagen ein Ende finden. Auf den Höhenlagen des Hunsrück, des Westerwalds und der Eifel sind gerade einmal 40 bis 60 Prozent der Rapssaat gedroschen, im Taunus ist die Ernte weiter fortgeschritten.

Die Erträge von 30 bis 40 dt/ha geben trotz der Auswinterungsschäden noch ein halbwegs erfreuliches Bild ab, sinken aber gegenüber dem Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich. Für die noch stehenden Rapsbestände zeichnen sich derzeit keine Ausfallprobleme ab, denn der Raps ist auf den Höhenlagen bei der relativ kühlen Witterung spät abgereift und noch stabil.
 
Die Sommergerstenernte hat fast überall eingesetzt und überrascht mit ausgezeichneten Qualitäten und guten Erträge von 50 bis 70 dt/ha. Obwohl die auf den ausgewinterten Weizenflächen neu eingesäten Sommerungen als Futtergerste geführt und gedüngt wurde, bringen die Ergebnisse fast durchweg Braugersten-Qualitäten. Die Vollkornanteile erreichen Werte bis zu 90 Prozent, die Eiweißwerte bewegen sich um 11 Prozent. Daher rechen Beobachter mit einem erheblichen Druck auf die Braugerstenmärkte.
 
Die Weizenernte hat erst sporadisch eingesetzt. Da sehr viel Weizen ausgewintert ist, sinkt dessen Bedeutung gegenüber anderen Jahren. Erste Ergebnisse lassen auf eine durchschnittliche Weizenernte schließen. Auswuchsgefahr und Fallzahlprobleme bestehen derzeit nicht. Der Weizen ist überwiegend noch nicht reif, die Bestände schimmern noch grünlich.
 
Obwohl die Ernte regional 10 bis 14 Tage hinter den üblichen Termin zurück ist gibt es für das Getreide keine gravierenden Qualitätsbedenken. Bisher boten nur extensiv geführten Getreideflächen sowie die sehr frühen Weizensorten ein heterogenes Bild und Fallzahlprobleme. Die Fusarienbefall ist bisher die Ausnahme und kein flächendeckendes Problem. Allerdings wurden regional bereits erhöhte Don-Werte beim Weizen gemessen.

Bis zum Abschluss der Ernte benötigen die Höhenlagen noch mindestens 10 bis 12 Tage gutes Wetter. (St)
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