Der Erntemonat Juli fiel in Brandenburg buchstäblich ins Wasser. Die bisher eingefahrenen Erträge sind ernüchternd. Tatenlos müssen die Landwirte ansehen, wie Ähren abknicken, Pilzerkrankungen zunehmen und damit die Qualität bei allen Getreidearten sinkt. Mit einer durchschnittlichen Regenmenge von 80 mm war der Juli viel zu nass, normal wären 52 mm. Im Oderbruch wurden sogar mehr als 250 mm gemessen. Landwirte können die durchnässten Böden mit ihrer schweren Erntetechnik nicht befahren. Hinzu kommt die hohe Luftfeuchtigkeit, die ein schnelles Abtrocknen der Bestände verhindert.

Die bislang gemeldeten Erträge sind ernüchternd. Bei der Gerste konnten nur etwa 44 dt/ha eingefahren werden, normal wären 56 dt/ha. Auch bei Weizen, Roggen, Triticale und Hafer schwanken die Erträge deutlich. In Südostbrandenburg gingen sie gegenüber dem Vorjahr stellenweise um mehr als die Hälfte zurück. Derzeit stehen noch 70 Prozent der Roggen-, Weizen- und Triticalebestände auf dem Feld. Der Drusch wird sich nach Einschätzung des Landesbauernverbandes bis weit in den August hinziehen. 

Katastrophal ist die Lage beim Raps. Rund 16.000 ha mussten umgebrochen werden. Die Starkniederschläge der vergangenen Wochen führen zusätzlich zum vermehrten Aufbrechen der Schoten und damit zum Verlust der Ernte. Aber auch Sonnenblumen leiden. Die schweren Blütenstände können von den Stängeln nicht mehr gehalten werden und brechen zusammen. (az)
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