Einkaufswille im Südwesten gebremst

Die vorweihnachtliche Ruhe breitet sich über dem Getreidemarkt aus. Händler und Verarbeiter kommen kaum zu Abschlüssen.

"Still ruht der See" respektive das Weizengeschäft im Südwesten Deutschlands. Auf Grund der Preisrückgänge an den Börsen in den vergangenen Tagen ist der Handel nahezu zum Erliegen gekommen. Niemand traut so recht dem Geschehen, weil es aus Sicht der fundamentalen Daten keinen Grund für ein Minus gibt.

Nachdem am Donnerstag der Januarkontrakt für Weizen an der Pariser Börse mit 255,75 €/t einen Wochen-Tiefstand  erreichte, stellte sich heute morgen wieder eine Erholungsphase ein. Bis zum Mittag machte der Januar-Termin rund 3 €/t gut und erzielt 258,75 €/t.

Nahezu unbeeindruckt von den Preisrückgängen präsentiert sich dagegen der Kassamarkt in Deutschland. Die Differenz zwischen dem Preis für Weizen an der Matif und dem physischen Markt beträgt zwischen 15 und 20 €/t. Je mehr die Kurse an der Matif sinken, desto höher fällt die Prämie für Weizen aus.

B-Weizen am Hamburger Markt wird mit 278 €/t notiert. Einen aktuellen Briefkurs von 275 bis 280 €/t für Brotweizen, wie er im Rheinland herausgehalten wird, will kein Müller bezahlen. Auch die Mischer winken ab, da der Futterweizenpreis nur geringfügig darunter liegt.

Nur eine Woche vor Weihnachten finden zwar noch Gespräche zwischen Handel und Verarbeiter statt, doch kommen beide Seiten bei diesen Preisunterschieden von Geld- und Briefkursen auf keinen grünen Zweig. Vor allem die Mühlen warten ab, wie lange sich die schwächeren Kurse halten könnnen. Zudem erschwert die Logistik einen schnellen Einkauf. Somit konzentrieren sich Sofortlieferungen auf die zweite Januarwoche. 

Auch die Mischfutterwerke wollen die hohen Prämien für Futterweizen nicht anlegen. Ihnen kommen immer noch Partien unter, die einen höheren Fusariumbefall ausweisen, der aber noch unter den zulässigen Grenzwerten liegt.

Raps zieht seine eigenen Kreise. Die Ölmühlen arbeiten mit verminderter Kapazität. Der aktuelle Bedarf ist gering. An der Matif verabschiedet sich der Februar-Kontrakt mit einem Plus von 1,50 €/t auf 473,25 €/t in die Mittagspause. (da)
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