Die zum Wochenende vorhergesagten heißen Tagen wollen die Landwirte nutzen, endlich die Gerstenernte abzuschließen. Dies geht aus dem 1. Erntebericht des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hervor, der auf Umfragen unter den 18 Landesbauernverbänden über die tatsächlich geernteten Mengen basiert.

Gerste steht bundesweit auf 1,3 Mio. ha. Die bisherigen Druschergebnisse lassen im Bundesdurchschnitt einen Hektarertrag von gut 6,8 t erwarten. Die Gesamterntemenge an Wintergerste schätzt der DBV auf Grund von Trockenschäden derzeit auf 8,6 Mio. t. Das wären 9 Prozent oder 1,1 Mio. t weniger als 2014. Damit würden die bisherigen Ergebnisse für die Gerste gleichauf mit den Juli-Schätzungen des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) liegen. 

Landwirte hoffen auf eine Hochdruckwetterlage, um zügig Winterweizen und Raps zu ernten. In diesem Sommer warten einige Betriebe seit zehn Tagen darauf, nach der Gerste den Raps zu dreschen. Landwirte bevorzugen es, die Erntekette nicht unterbrechen zu müssen.

Getreidehändler zeigen sich unterdessen optimistisch über die neuerntige Gerste. Bisherige Ergebnisse werden als "vernünftig" bewertet. Zumindest ist das für die norddeutschen und nordwestdeutschen Gebiete der Fall.

Allerdings hat sich die Abreife bei Weizen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein verzögert. Hier rechnen Marktteilnehmer frühestens Anfang August mit dem Erntestart. Erste Druschergebnisse aus der Rheinebene stimmen "positiv".

Triticale, Roggen und Mais wachsen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern gut, hört man von Marktteilnehmern dort. (da/pio)
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