Ernte 2016

Enttäuschende Erträge, schleppende Ernte

Nach der besonderen Ernteermittlung, die der Landesbetrieb Information und Technik in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen durchführt, liegen die Durchschnittserträge der diesjährigen Getreideernte in NRW mit 73,3 dt/ha unter dem langjährigen Mittel. Dabei waren die Vorzeichen bis zum Frühjahr gut. Doch die ergiebigen Niederschläge, teilweise Starkregen und Hagel sorgten ab Ende Mai sowie im Juni regional für nasse Flächen und einen erhöhten Krankheitsdruck in den Beständen. Während der Kornfüllungsphase fehlte die Sonne und in lagerndem Getreide stellte sich Zwiewuchs ein. Vom schlechten Erntewetter waren die westlichen Landesteile wesentlich stärker betroffen, analysiert die Landwirtschaftskammer NRW.

Der Winterweizenertrag liegt mit 77,3 dt/ha deutlich unter dem Vorjahreswert sowie dem mittleren Ergebnis der letzten 6 Jahre. Nach dem letztjährigen Spitzenwert der Wintergerste war der Ertrag von 72,3 dt/ha zwar enttäuschend, liegt jedoch mit 1,8 Prozent nur knapp unter dem langjährigen Mittel. Bei der Sommergerste sah es dagegen vergleichsweise gut aus, denn sie hielt sich mit einem Plus von 7,2 Prozent zum Vorjahr auf dem langjährigen Schnitt. Mit 66,6 dt/ha verfehlte die Triticale den Sechsjahreswert um 3,2 Prozent und erzielte ein Minus von 4,5 dt/ha im Vergleich zu 2015. Roggen verlor gegenüber dem Vorjahr mit etwa 4 dt/ha und in ähnlichem Ausmaße wie Triticale. Mit einem Ergebnis von knapp 56 dt/ha bewies der Hafer als anspruchslose Frucht seine Robustheit bei den diesjährigen Witterungsverhältnissen.

Innerhalb Deutschlands belegt NRW in diesem Jahr den 6. Platz und liegt damit beim Hektarertrag noch 3 dt über dem Bundesschnitt von 70,3 dt/ha. Bei der weltweit komfortablen Versorgungssituation würden sich wohl keine zufriedenstellenden Getreidepreise durchsetzen lassen und in vielen Betrieben führten  Liquiditätsengpässe zu einem vorzeitigen Verkauf des Getreides während der Ernte, beobachtet die Kammer. (St)
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