Ernte 2014

Ernsthafte Sorgen um Restbestände

Im rheinischen Kerngebiet ist die Weizenernte weitgehend beendet. Die Qualitäten waren bis Ende der Vorwoche noch in Ordnung. Nach den jüngsten heftigen Regenfällen lässt sich kaum noch Positives erwarten. Nicht nur das widrige Wetter sondern auch die Befahrbarkeit der Böden erschwert die restliche Ernte massiv.
 
Im nördlichen Rheinland und im Großraum Düsseldorf und Erkelenz, aber auch im Bergischen Land sieht es problematisch aus. Nach Beobachtungen des Rheinischen Landwirtschaftsverbandes sollen dort noch bis zu 50 Prozent des Weizens auf dem Halm stehen. Es zeigt sich verstärkt Auswuchs, in den extremen Lagerbeständen haben sich die Halme bereits wieder neu begrünt.

Am Niederrhein berichten Erfassungshandel davon, dass die Landwirte jede Möglichkeit für die Ernte nutzen und dass der Weizen teilweise mit Feuchtigkeitsgehalten bis zu 20 Prozent geerntet wird. Auch im westfälischen Raum stehen noch bis zu 25 Prozent des Weizens auf dem Feld, auf den Höhenlagen noch mehr.
 
Im Schnitt kommt der Weizen mit Feuchtigkeit von 17 bis 18 Prozent vom Feld. Die Trockner laufen überall rund um die Uhr. Die Fallzahlen weisen kaum noch mühlenfähige Werte auf. Allenfalls von stehenden Weizenfeldern oder in den ausgesprochen späten Gebieten kamen zuletzt noch passable Fallzahlen vom Feld.
 
Regelrecht dramatisch sieht es teilweise im Hunsrück und der Eifel aus. Dort stehen im Schnitt noch 25 Prozent der Weizen und Braugerste draußen, auf den Höhenlagen sogar noch bis zu 50 Prozent.  Sogar der Raps ist auf den Höhenlagen der Eifel noch nicht vollständig abgeerntet.

Erschwert wird der Drusch durch das stark lagernde Getreide. Im Hunsrück berichtet ein Erfassungshändler vom schlimmsten Jahr, dass er bisher mitgemacht habe. Die Separierungs- und Erfassungsmöglichkeiten sind teilweise völlig überlastet. Auch die restliche Braugerste in die Mittelgebirgslagen bringt keine braufähige Qualität mehr.  (St)
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