Erntestart Hessen

Erste Ernteergebnisse enttäuschen


Im Norden des Bundeslandes wird seit dem vergangenen Wochenende bereits Wintergerste gedroschen. "Das ist untypisch und auf das Süd-Nord-Gefälle bei den Niederschlägen zurückzuführen“, so der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal. Wiederholte Regenfälle und der damit verbundene mangelnde Sonnenschein haben die Abreife der Wintergerste in Südhessen und dem Rhein-Main-Gebiet deutlich verzögert. Das Frühjahr und der frühe Sommer 2016 seien viel zu nass gewesen. „Obwohl der Wintergerste genügend Wasser zur Verfügung stand, sind die ersten Druschergebnisse enttäuschend. Es fehlte offensichtlich die Wärme und der Sonnenschein“, so Schmal weiter.

Bisher wurden von den ersten Beständen im Schnitt 6,0 bis 6,5 t/ha eingefahren. Das Hektolitergewicht lässt mit 58 bis 59 kg zu wünschen übrig. Die Eiweißwerte  bei der Winterbraugerste können sich mit 10,2 bis 10,5 Prozent aber sehen lassen. Vollgerstenwerte bewegen sich aber bei unbefriedigenden 60 Prozent. 

Regen, Hagel und Krankheiten mindern Ertäge

Ein erhöhter Krankheitsdruck und Staunässe bereiteten darüber hinaus Probleme. Starkregen, vereinzelt in Verbindung mit Hagel, habe regional dazu geführt, dass die Getreidehalme großflächig umgeknickt und zu Boden gedrückt worden seien. Daraus resultierten empfindliche Ertragseinbußen. Beim Raps sind die Ertragserwartungen wegen der wechselhaften, nass-kühlen Witterungsbedingungen der vergangenen Wochen eher unterdurchschnittlich.

Auf einer Ackerfläche von 472000 ha bauen die hessischen Landwirte laut hessischem Bauernverband 304000 ha Getreide an. Die mit Abstand wichtigste Getreideart ist Weizen mit mehr als 50 Prozent. Wintergerste belegt etwa 67000 ha gefolgt von 19900 ha Sommergerste, 19200 ha Triticale, 13800 ha Roggen und 9700 ha Hafer. Weitere wichtige Kulturen sind Raps mit 56000 ha Winterraps, 44400 ha Silomais, 12000 ha Zuckerrüben und 3700 ha Kartoffeln. Hinzu kommen rund 291000 Hektar Grünland. Die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche beläuft sich auf etwa 772000 Hektar. (dg) 

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