Die für den Wochenverlauf angekündigte Hochdruckwetterlage mit sommerlichen Temperaturen veranlasst vor allem im Süden Brandenburgs die Landwirte mit dem Gestendrusch zu beginnen. Aufgrund der langen Trockenheit bis in den Juni hinein ist mit Schmachtkornanteilen von 20 bis 30 Prozent zu rechnen, hieß es heute bei der Pressekonferenz zum Erntestart in Waltersdorf. „Die Niederschläge kamen zu spät, bei den Winterkulturen setzt bereits die Notreife ein", fasste Landesbauernpräsident Udo Folgart die Situation für ganz Brandenburg zusammen. Der Landesbauernverband (LBV) erwartet im Land eine Erntemenge an Getreide von 2,5 Mio. t. Das sind trotz einer Ausdehnung der Anbaufläche von 4 Prozent rund 600.000 t weniger als im sehr guten Vorjahr und 200.000 t weniger im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt. An Wintergerste werden rund 5,5 t/ha Ertrag erwartet. Für Roggen setzt der LBV als Durchschnittsertrag 4,0 t/ha an. Der Winterweizenertrag wird auf 6,0 t/ha prognostiziert.

Auf Grund des Getreidepreisniveaus zeigten sich die Landwirte heute in Waltersdorf wenig verkaufsbereit. „Wer kann, lagert ein und spekuliert auf Preissteigerungen im Herbst", hieß es heute am Feldrand. Auch die Rapsernte fällt in Brandenburg 2015 unterdurchschnittlich aus. Der LBV geht von einer Erntemenge von 455.000 t aus. Das sind im Vergleich zum Vorjahr landesweit 21 Prozent weniger Raps. Der Durchschnittsertrag könnte nach der heutigen LBV-Schätzung bei 3,3 t/ha liegen. Hinsichtlich der Preiserwartungen beim Raps zeigen sich die Landwirte beim Pressegespräch optimistisch. Anders als beim Getreide erwarten sie auf Grund der niedrigeren Erträge noch Preissteigerungen. (sta)

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