Erste Gerste im Westen mit guten Qualitäten

Die ersten geernteten Wintergerstenpartien im westdeutschen Raum bringen überwiegend gute Hektolitergewichte. Regional zeigen sich aber Unterschiede.

Im Rheinland erreichten die Naturalgewichte Werte 64 bis 66 kg/hl Hektoliter, auf den leichten Böden fielen sie aber etwas ab. Nur vereinzelt wird von Werten unter 60 kg/hl berichtet.

Die Ertragsaussagen sind aufgrund der bisher geringen Erntemenge noch nicht repräsentativ. Erste Auswertungen im Rheinland brachten Erträge von 60 bis 100 dt/ha. Auf den leichten Böden des westlichen Münsterlandes zeichnet sich mit Erträgen von 60 bis 80 dt/ha eine leicht überdurchschnittliche Gerstenernte ab.

Die erste Gerste kann überwiegend trocken herein. Die zum Teil recht heftigen Regenfälle mit regionalen Niederschlägen von bis zu 30 mm, in der Spitze sogar bis 50 mm haben erst einmal für eine Unterbrechung der Gerstenernte gesorgt.

Die Böden müssen erst wieder abtrocknen. Bei den leichten Böden geht dies jedoch recht schnell. Mit dem Einsetzen der Haupternte für Wintergerste wird in Nordrhein-Westfalen erst in der kommenden Woche gerechnet.

Die Erzeugerpreise haben sich mit den zuletzt festeren Börsennotierungen nach oben entwickelt. Die Grste an die Landwirte wird auf Tagespreis-Basis abgerechnet. Im Rheinland geht der Handel für heute von Erzeugerpreisen von rund 200 €/t aus. In Regionen mit intensiven Wettbewerb wurden bereits 205 €/t bezahlt.

Im westlichen Münsterland mit der hohen Veredlungsproduktion werden traditionell höhere Gerstenpreise an Erzeuger bezahlt, da die Region Zuschussgebiet ist und die Gerste bei Zukäufen mit Frachtkosten belastet ist. Dort nannte der Handel Erzeugerpreise von 210 bis 220 €/t.

Ein Markt für die neue Gerste hat sich nicht richtig gebildet und es fehlt noch die Nachfrage der Mischfutterindustrie, da noch alterntige Gerstenpartien abgewickelt werden. (St)
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