Erste Wintergerste überrascht in Südhessen

Hessische Landwirte gehen mit gemischten Gefühlen in die Ernte. Der Erntestart in Südhessen lässt hoffen. In diesem Jahr werden Landwirte in Hessen weniger Getreide als in den Vorjahren ernten. Diese Einschätzung des Landesbauernverbandes beruht auf den Erkenntnissen der Frostschäden im Februar, die massive Auswinterung im Wintergetreide zur Folge hatte.

Nun hat am Wochenende im hessischen Ried zwischen Bensheim und Darmstadt die Wintergerstenernte begonnen. Landwirte melden für die erste Futtergerste Druschergebnisse von 7 bis 8 t/ha und sind damit zufrieden. Dagegen können bei der Winterbraugerste bisher nur 5 bis 6 t/ha vom Acker geholt werden.

"Diese Ergebnisse sind jedoch noch nicht repräsentativ, sondern es handelt sich um einzelne Angaben von Landwirten in der Region", heißt es auf Anfrage von agrarzeitung.de. Bis zum Wochenende dürften auch in Mittelhessen die Mähdrescher im Einsatz sein. Durch die hohen Temperaturen kann das Getreide auch nach örtlichen Schauern und Gewittern relativ schnell abtrocknen. Die Feuchtigkeitsgehalte liegen mit 15 bis 16 Prozent im vertretbaren Bereich.

Der weitere Ernteverlauf wird zeigen, wie sehr die Auswinterungsschäden die Erträge schmälern. Viele Flächen hätten unter normalen Umständen umbrochen werden müssen. Auf diesen frostgeschädigten Wintergetreidebeständen erwartet der Landesbauerverband nur unterdurchschnittliche Ernteerträge.

Auch Winterraps sei durch späte Fröste im März und April sowie einen darauffolgenden Befall mit Grauschimmel geschädigt, heißt es in einer Mitteilung. Auf den mit Sommerweizen, - gerste und Hafer bestellten Flächen werden durchschnittliche Erträge erwartet, die jedoch unter denen des Wintergetreides liegen. (da)
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