Für Deutschland zeichnet sich für das Jahr 2017 eine Erntemenge für Getreide von 44.5 Mio. t ab. Damit werde das bereits schwache Ergebnis des Vorjahres mit 45,5 Mio. t nochmals um etwa zwei Prozent unterschritten, so DBV-Präsident Joachim Rukwied heute in Berlin. Und noch immer sei die Ernte besonders in Norddeutschland sowie einigen Mittelgebirgslagen nicht abgeschlossen, sagte er auf der DBV-Erntepressekonferenz. Die Ergebnisse beider Jahre lägen damit unter dem Fünf-Jahresdurchschnitt. Noch 2015 seien fast 49 Mio. Getreide geerntet worden. 

Mit etwa sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr falle der Rückgang für die Rapsernte  noch deutlicher aus. Erwartet werden nach Schätzung des DBV nur noch 4,3 Mio. t .

Als Hauptursache für die rückläufigen Erträge beschrieb Rukwied die ungünstigen Witterungsverhältnisse im gesamten Verlauf der Vegetation. Auch die Bedingungen während der Ernte seinen insbesondere in einzelnen Regionen sehr problematisch gewesen. In vielen Fällen belasten Kosten für die Getreidetrocknung in Höhe von 30 bis 40 € pro t die Betriebsergebnisse. 

Für Mais und Zuckerrüben sei dagegen mit höheren Ergebnissen als im Vorjahr zu rechnen, sagte Rukwied. Sie würden von der guten Wasserversorgung der vergangenen Wochen und könnten sich bei zunehmender Sonneneinstrahlung gut entwickeln. Auch sei die Anbaufläche von etwa 335.000 ha im Vorjahr auf derzeit gut 400.000 ha deutlich ausgeweitet worden. Grund dafür sei das Auslaufen der Zuckermarktordnung zum 30. September 2017.  


Für die europäische Getreideernte rechnet der DBV mit einem Ergebnis von 296 Mio. t auf dem Niveau des Vorjahres. Dabei werde die Weizenproduktion mit gut 147 Mio. t das Vorjahres Ergebnis mit 143 Mio. t leicht übertreffen. Für eine Einschätzung der weltweiten Weizenproduktion bezog sich Rukwied auf Schätzungen des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums USDA. Danach sei mit einem Weizenertrag von 743 Mio. t zu rechnen, nach 755 Mio. im Vorjahr. Angesichts eines weltweiten Verbrauchs von etwa 733 Mio. t werde jedoch zu einem weiteren Aufbau "der ohnehin komfortablen Lagerbestände auf 265 Mio. t kommen, nach 259 Mio. t im vergangenen Jahr.

Die preisliche Situation für die deutschen Ackerbaubetriebe stelle sich insgesamt nur geringfügig besser als im Vorjahr dar, führte Rukwied aus. Für Brotweizen erziele der Landwirt im August 2017 im Bundesdurchschnitt 153 € pro t, im August 2016 waren es 143 € pro t. (jst)
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