MARS-Prognose

Erträge zeigen große Ausschläge

Die Ertragsaussichten in Deutschland sind zweigeteilt. Während im Norden und Nordosten hohe und zum Teil sehr hohe Erträge in Aussicht stehen, sind die Erwartungen Richtung Landesmitte gedrückt. Der EU-Prognosedienst MARS berichtet weiter, dass signifikante Ertragseinbußen im Westen Deutschlands zu erwarten sind – insbesondere im Westen Nordrhein-Westfalens, im Saarland und in Rheinland-Pfalz. Im Bundesdurchschnitt gleichen sich die regionalen Unterschiede allerdings weitgehend aus. MARS rechnet für Deutschland mit annähernd durchschnittlichen Erträgen von Winter- und Sommergetreide, allerdings mit unterdurchschnittlichen Rapserträgen.

Europakarte zeigt große Differenzen

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Auf der Europakarte sind die von Wetterextremen betroffenen Regionen für den Zeitraum 1. Juni bis 30. Juli (Prognose) als Flächen mit lila Streifen (Hitzewelle), weinroten Punkten (Dürre) und blauen Streifen (Regenüberschuss) zu erkennen. Danach sind in Deutschland der Südwesten besonders von der Hitzewelle und die Küstenregion besonders von Niederschlägen im Übermaß getroffen.

In Europa hat die Hitzewelle außer den Regionen im Westen Deutschlands vor allem Südeuropa, Frankreich, Belgien, Südholland, Tschechien und der Slowakei zugesetzt. Dort war vielfach die Kornfüllungsphase von Getreide beeinträchtigt. Extreme Trockenheit kommt entlang der Donau von Österreich über Ungarn bis Serbien hinzu. Zu nass war es dagegen außer an den deutschen Küsten auch im Norden der Britischen Inseln sowie in Teilen Skandinaviens und des Baltikums.

Maisertrag hat regional gelitten

Für die EU-Ernte haben die Fachleute von MARS die Erwartungen an den Maisertrag deutlich nach unten gesetzt. Hochgerechnet auf die gesamte EU könnte das ungewöhnlich heiße und trockene Wetter der vergangenen Wochen fast 4 Prozent Maisertrag gekostet haben. Betroffen sind insbesondere Ungarn, Österreich und Kroatien. Dagegen ist die Vorschätzung für Frankreich als größtes Maiserzeugungsland der EU gleich geblieben. Höher als bisher schätzt MARS die polnischen Maiserträge. Im EU-Durchschnitt fällt der Maisertrag 2017 voraussichtlich um 0,9 Prozent unter das Fünfjahresmittel.

Raps noch leicht nach unten revidiert

Die Rapserträge in der EU hat MARS noch einmal leicht nach unten revidiert. Sie sind zwar fast 7 Prozent höher als im Vorjahr, das allerdings ein sehr schwaches Ergebnis gebracht hatte. Im Fünfjahresvergleich fallen die Erträge im EU-Durchschnitt um 1,1 Prozent ab. Für Deutschland bleibt es bei der Vorschätzung aus dem Juni. MARS rechnet mit einem Rapsertrag von 3,7 t/ha, was zwar fast 7 Prozent mehr als im Vorjahr, aber 5 Prozent weniger als im Fünfjahresmittel wäre.

Wetterlage bleibt bis zum Monatsende geteilt

An der geteilten Wetterlage wird sich nach Aussage der Agrarmeteorologen auch nichts ändern. Während in den Trockengebieten, allen voran in Spanien, Niederschläge fehlen, bekommt der nördliche Teil Europas einschließlich Deutschland in den kommenden Tagen reichlich Regen ab. Ab August sagen dann die Langfristprognosen trockeneres Wetter voraus. (db)
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