Getreidequalitäten

Fallzahlen bisher - noch - stabil

Das verregnete Wetter der vergangenen Tage sorgte in mehreren Regionen Deutschlands für Überschwemmungen und Schäden und verzögert die Ernte. Dort, wo Weizen, Roggen und Triticale bereits seit Tagen druschreif sind, besteht die Gefahr von erheblichen Qualitätsbeeinträchtigungen. Akut gefährdet sind die Bestände, die ins Lager gegangen sind. Sollte in den nächsten Tagen keine Wetterverbesserung eintreten, dürften die Hektolitergewichte sinken und bei steigenden Temperaturen auch die Fallzahlen bei Brotweizen und -roggen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Proben von Weizen und Roggen analysiert

Um die akute Gefahr einzuschätzen, schnitt die Agravis Niedersachsen-Süd (ANS) im gesamten Arbeitsgebiet stichprobenartig Ähren von mehreren großen Hauptsorten Brotweizen und von Roggenschlägen. Beim Gesamtpaket von 35 Weizen- und acht Roggenproben lagen die ermittelten Fallzahlen beim Weizen noch weit über 300 Sek. bis an die 480 Sek. Sechs Roggenproben zeigten bis dato noch 200 bis über 260 Sek. an. Wenngleich dieser Status also noch kein Grund zur Beunruhigung ist, so bleibt vordergründig das Problem der weiter angekündigten Regenmengen und regionaler Überschwemmungen.

Flächen nocht nicht befahrbar

„Man spürt, dass alle Marktteilnehmer bis hin zur Backwarenindustrie ein Ende der Regenperiode herbeisehnen“, bemerkt Joachim Wassmann der ANS in Kolenfeld. Auch nach Ende der Regenfälle müssen die Landwirte sich noch etwas gedulden. Um möglichst viel Brotgetreide zu ernten, würde man sicher auch leichte Überfeuchten akzeptieren, aber es besteht das Problem, dass wassergesättigte Böden nicht so schnell wieder befahrbar sind.

Noch sei es schwer, aus dieser kritischen Gemengelage Ernteausfälle und signifikante Qualitätseinbußen zu quantifizieren, so der Mutterkonzern der ANS, Agravis Raiffeisen AG in einer Mitteilung. Feststellen wird man die Auswirkungen der Wetterextreme erst dann, wenn die Erntearbeiten wiederaufgenommen werden. (SB)
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