Flickenteppich an Erträgen und Qualitäten

In Europa steht zwar eine größere Sommergerstenernte als im Vorjahr zu erwarten. In den regionalen Bilanzen schlagen aber ungünstige Witterungsverhältnisse zu Buche.

Das größere Angebot ist auf der einen Seite auf eine Ausdehnung der Fläche zurückzuführen. Auf der anderen Seite zeigen Druschergebnisse in Westeuropa sehr ordentliche Erträge und Qualitäten. Bestände in Regionen mit starken Regenfällen liegen in der Entwicklung allerdings deutlich zurück. Zudem kennzeichnen Auswirkungen von Trockenheit die Gerste in Osteuropa.

Ernteergebnisse im Südwesten Deutschlands zeigen Erträge von 5 bis 9 t/ha. Die Proteinwerte liegen im gewünschten Bereich von 9,5 bis 11,5 Prozent, der Vollkornanteil bei deutlich über 90 Prozent.

In Frankreich werden im Schnitt 6,3 t/ha erwartet. Der Proteingehalt wird dort als gering bezeichnet.

In Dänemark konnte die Aussaat in manchen Regionen erst später als in durchschnittlichen Jahren üblich erfolgen. Die Ernte wird erst Mitte August erwartet. Der Bestand der Pflanzen wird im Moment als gut bezeichnet.

Auch in den anderen skandinavischen Ländern konnte die Aussaat erst spät erfolgen. Die Bestände liegen entsprechend in der Entwicklung zurück. Niedrige Temperaturen und viel Regen in Mittelschweden werden sich aller Voraussicht nach auf die Ernteergebnisse auswirken.

Auch Großbritannien hat unter starken Regenfällen und niedrigen Temperaturen während der Vegetationsperiode gelitten. Es ist die Rede von einer um zwei bis drei Wochen verspäteten Ernte im gesamten Land. Die  Bestandsdichte wird als optimal beschrieben. Feuchtigkeit hat zur Bildung von Blatt- und Ährenkrankheiten geführt. Die Erträge werden im Moment nach unten korrigiert. Mykotoxine könnten zu Qualitätsproblemen führen.

Unterdurchschnittliche Erträge von 2 bis 3 t/ha mit knapper Sortierung und oft überhöhte Proteinwerte bestimmen die Ernteergebnisse in Österreich.

Ebenfalls von Trockenheit gekennzeichnet sind die Bestände in Tschechien und der Slowakei. Rund 60 Prozent der Ernte sind in der Slowakei mit unterdurchschnittlichen Erträgen von 3,2t/ha eingefahren worden. Die Ernte in Tschechien wird in der ersten Hälfte des August mit durchschnittlichen Erträgen erwartet.

Unterdurchschnittliche Erträge von 3,2t/ha und hohe Proteinwerte werden auch in Ungarn erwartet. Die trockene Witterung in Russland im Juni wird voraussichtlich negative Auswirkungen auf die Erträge zeigen. Höhere Proteinwerte wären die Folge. Der Importbedarf wird unterschiedlich eingeschätzt. (dg)

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