Ernte 2016

Frankreichs Landwirte frustriert


Am Wochenende waren die Mähdrescher in ganz Frankreich im Einsatz. Wie weit sie gekommen sind, steht erst am Freitag fest, wenn France AgriMer den Stand der Ernte veröffentlicht. Sicher ist jedoch, dass der Mähdrusch im Vergleich zum Vorjahr deutlich im Rückstand ist. Abgesehen vom Südwesten des Landes ist die Wintergerste noch nicht vollständig eingebracht. Der Weizendrusch hat bis auf wenige Ausnahmen noch gar nicht angefangen.

Hektolitergewichte unbefriedigend

Auf den Internetportalen wie Facebook und Twitter melden die Landwirte ziemlich übereinstimmend, dass die Wintergerstenerträge im Vergleich zum Vorjahr schwächer ausfallen. Da das Erntejahr 2015 jedoch ausgezeichnete Erträge gebracht hat, sind niedrigere Erträge allein noch nicht das Problem. Gravierender ist, dass die Hektolitergewichte oft den Standard von 63 kg/hl nicht erreichen. Winterbraugerstensorten weisen darüber hinaus gelegentlich zu hohe Proteinwerte auf. Über allem schwebt die Furcht, was der bevorstehende Weizendrusch bringt. Dann zeigt sich, in welchem Ausmaß die Weizenqualitäten unter dem anhaltend regnerischen Wetter von der Blüte bis zu Abreife gelitten haben.

Am meisten auf die Stimmung drücken aber die Preise, auch wenn der Rückgang der Weizenkurse erst einmal gestoppt ist. Ein Landwirt schreibt dazu in la France Agricole „Was schlechte Nachrichten! Unsere Preise sollen sich nicht erholen? Das ist das schlimmste Szenario: Eine schlechte Ernte mit niedrigem Preis!“

Ertragserwartungen unter Vorjahr

Das Statistikamt Agreste in Paris geht bisher in seiner Juni-Schätzung für Wintergerste von einem Ertrag von 6,9 t/ha aus  – das wären etwa 6 Prozent weniger als 2015. Die Rapserträge lägen mit 3,4 t/ha um 5 Prozent unter Vorjahr. (db)
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