Französischer Weizen außerhalb der EU gefragt


Für den Weizenexport in Drittländer rechnet sich Frankreich noch bessere Chancen aus als bisher. Andere EU-Länder kaufen jedoch weniger als erwartet.

Insgesamt kalkuliert das Agraramt France Agrimer in der gesamten Saison 2012/13 mit Drittlandsexporten von 10 Mio. t Mahlweizen. Gegenüber der Novemberschätzung haben die Marktbeobachter in Paris in ihren am Mittwoch veröffentlichten Zahlen noch einmal 500.000 t aufgesattelt. Diese Perspektive deckt sich mit den Erwartungen internationaler Analysten. Am Dienstag hatte etwa das amerikanische Landwirtschaftsministerium USDA die Prognose für Weizenexporte aus allen EU-Ländern im Vergleich zum Vormonat um 1 Mio. t aufgestockt.

Im Gegenzug hat France Agrimer die Erwartungen an die französischen Mahlweizenverkäufe in andere EU-Länder innerhalb eines Monats um 480.000 t nach unten gesetzt. Sie belaufen sich jetzt für diese Saison auf knapp 7,3 Mio. t. Die schwächeren Verkäufe begründete Xavier Rousselin, der die Abteilung Ackerfrüchte bei France Agrimer leitet, mit der hohen EU-Nachfrage nach Futterweizen. Rousselin nannte als Beispiel Großbritannien, wo eine schwache Weizenernte zusammentrifft mit zusätzlichem Bedarf, den zwei neue Ethanolwerke entwickeln. Frankreich hat im Export jedoch überwiegend Mahlweizen zu bieten.

Allerdings sind die Anbieter von Futterweizen am Weltmarkt auch nicht üppig vertreten. Rousselin kann sich vorstellen, dass die eine oder andere Partie aus Argentinien kommen wird, wo zurzeit unter nassen Bedingungen gedroschen wird. Deswegen könnten die Qualitäten dort abfallen. Im Vergleich zu früheren Jahren ist die EU ein interessanter Absatzmarkt für Futterweizen, denn die Importe bleiben auch in der 1. Jahreshälfte 2013 zollfrei. Die EU-Kommission hat im November diese Ausnahmeregelung bis Ende Juni verlängert.

Große Weizenmengen hat Argentinien jedoch nicht im Angebot, im Gegenteil. Es gibt sogar Spekulationen, dass die Regierung in Buenos Aires die bestehende Weizenexportquote von bislang 6,0 auf 4,5 Mio. t Weizen absenken wird. Das USDA hat am Dienstag die argentinischen Weizenexporte noch auf 5,5 Mio. t geschätzt.  (db)
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