Französischer Weizen gefragt

Einen schwächeren Start in die Exportsaison verbuchen französische Weizenanbieter. Sorgen um den Absatz macht sich aber niemand, im Gegenteil.

Das Angebot ist in Frankreich üppig. Mittlerweile rechnet die staatliche Landwirtschaftsagentur France AgriMer für 2012 mit einer französischen Weichweizenernte von 36,5 Mio. t, die 7 Prozent größer als im Vorjahr wäre. Die Pariser Getreidemarktspezialisten bescheinigen französischem Weizen ausgezeichnete Chancen am Weltmarkt, weil in dieser Saison wesentlich weniger Konkurrenz vom Schwarzen Meer zu erwarten sei als 2011/12. Hinzu komme der schwache Eurokurs, der Exporte zusätzlich begünstigt, schreibt France AgriMer in einer am Mittwoch veröffentlichten Analyse zum internationalen Markt.

Französischer Weichweizen hatte allerdings bisher einen verhältnismäßig schwachen Auftakt im Export. Von Anfang Juli bis Mitte August sind etwa 800.000 t verschifft worden, ein Viertel weniger als im gleichen Zeitraum 2011. France AgriMer führt den Rückgang jedoch lediglich auf die spätere Ernte 2012 zurück. Außerdem sei es bei den heterogenen Qualitäten schwierig gewesen, zügig einheitliche Partien mit Exportqualität zusammenzustellen. Vor einer Woche hatten französische Institute zwar von hohen Erträgen, aber eher geringen Proteingehalten des Weichweizens berichtet.

Rege gestalten sich dagegen die französischen Gerstenexporte aus einer überaus reichlichen Ernte 2012. Gerste ist in Saudi Arabien gefragt, wogegen ein großer Teil des französischen Weichweizens nach Algerien geht.

Mittlerweile machen sich die Analysten von France AgriMer auch weniger Gedanken um den Absatz am Weltmarkt. Sie vergleichen die Saison 2012/13 mit der Saison 2010/11. Angesichts der Knappheit sei es die größte Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen der Deckung des Inlandsbedarf und der Exportnachfrage zu finden. (db)
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