Ernte 2016

Franzosen ist zum Heulen zumute


In Frankreich ist viel Weizen ins Lager gegangen.
-- , Foto: Arvalis
In Frankreich ist viel Weizen ins Lager gegangen.

Im Loire-Tal hat der Weizendrusch begonnen. „Solch eine katastrophale Ernte habe ich noch nicht erlebt“, stöhnt ein Landwirt, der im Süden von Orleans 200 ha bewirtschaftet. Seine Weizenerträge fallen bis auf 4 t/ha ab. Bereits die Rapsernte sei „sehr mittelmäßig“ gewesen. Ein 79-jähriger Kollege spricht von Erträgen, die auf das Niveau der 1960er Jahre zurückgefallen seien. „Man arbeitet für nichts. Wir erlösen weniger als 500 Euro pro Hektar“, rechnet er vor. Auch aus der Gegend von Metz kommen in dieser Woche pessimistische Berichte. Die Erwartung an die Weizenerträge liegt dort bei allenfalls 5 bis 6 t/ha – im Vergleich zu 9 t/ha im Vorjahr.

In der Champagne fehlen 30 Prozent der Erträge

Überwiegend steht in Frankreich gerade der Rapsdrusch an. „Die triste Ernte setzt sich fort“, twittert ein Landwirt aus der Champagne, der dort 150 ha Ackerfläche zu dreschen hat. Ein Kollege macht sich Sorgen, dass er Geld verliert. „Es fehlen 30 Prozent der Erträge von 2015, und wir sitzen alle im gleichen Boot.“ Er hört von vielen Kollegen, dass es woanders kaum besser aussieht. „Es ist zum Heulen“, bringt es ein weiterer Franzose auf den Punkt.

Abgeerntete Rapsfelder in sattem Grün

Ein Kollege aus dem Nordwesten von Paris macht sich mit den Worten Luft: „Was für ein Elend“. Er zeigt auf Twitter Fotos von seinen abgeernteten Rapsfeldern, die sattes Grün aufweisen: Unkraut in den Beständen hat bereits den Drusch behindert. Zur Weizenqualität gibt es unterdessen noch keine Aussagen. Das Wetter lässt jedoch in vielen Regionen nichts Gutes erahnen. Im Nordosten sind bis zum Wochenende wiederholte Gewitterschauer angekündigt. (db)
stats