Ernte 2016

Franzosen rechnen mit schwerem Drusch


„Der Mähdrusch lässt sich sehr diffizil an“, berichtet ein Landwirt aus dem Nordosten Frankreichs und wünscht seinen Berufskollegen guten Mut. „Der Gerstendrusch ist keine Freude“, twittert ein weiterer Erzeuger aus dem Pariser Becken, wieder ein anderer veröffentlicht Fotos von seinen lagernden Gerstenschlägen.  Überall in Frankreich hat der Gerstendrusch begonnen. Er kommt jedoch nur im Südwesten zügig voran. Unbeständiges Wetter mit Starkregen und Stürmen behindert in den anderen Landesteilen den Fortgang.

Ernteerwartung herunter gestuft

Der schwierige Start in der Gerste lässt für die Weizenerzeugung Einbußen befürchten. Die Analysten von Agritel in Paris haben wegen des widrigen Wetters am Dienstag die Erwartungen an die Erntemenge heruntergenommen. Sie gehen für Frankreich von nur 37,3 Mio. t Weichweizen aus, das wären etwa 9 Prozent weniger als die Rekordernte 2015. Der europäische Agrarhandelsverband hat Ende voriger Woche noch 38,9 Mio.t geschätzt.

Erträge niedriger als bisher erwartet

Der Rückgang der Erzeugung ist allein auf niedrigere Erträge zurückzuführen, denn die Weizenanbaufläche in Frankreich ist leicht ausgedehnt worden. Agritel schätzt einen Ertragsrückgang von minus 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der EU-Prognosedienst MARS hatte im Juni 6 Prozent weniger vorausgesagt. Problematischer als der Ertragsrückgang könnte jedoch die Qualität werden. Agritel hat am Dienstag keine neuen Aussagen getroffen. Denn erst im Korntank wird zu sehen sein, was die Witterung angerichtet hat.

Sorgen um die Weizenqualität

Die Sorgen sind groß, berichtete das Handelshaus ADM Ende Juni in seinem Marktbericht. Es erwähnt am französischen Markt steigende Prämien gegenüber der Matif-Notierung. Auf Qualitätsprobleme deutet auch das wöchentliche Monitoring von France AgriMer hin. Die Fachleute haben zuletzt den Anteil der französischen Weizenbestände, die gut oder sehr gut aussehen, im Vergleich zur Vorwoche um 6 Prozentpunkte auf 65 Prozent herabgestuft. (db)
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