Die Analysten von Offre et Demande Agricole (ODA) in Paris haben bisher noch von einer Katastrophe gesprochen, seit Montag bezeichnen sie die aktuelle Ernte als „Desaster". Damit meinen sie eine französische Weichweizenernte 2016 von nur noch 28,2 Mio. t. Das wäre fast ein Drittel weniger als die Vorjahresernte, die mit 40,9 Mio. t allerdings einen Rekord gebracht hatte. Gemessen am fünfjährigen Durchschnitt würde 2016 aber auch fast ein Viertel der Erntemenge fehlen.

Große Spanne der Schätzungen

Vorige Woche hat ODA noch 30,4 Mio. t geschätzt, was allerdings auch schon das untere Ende der aktuellen Spannbreite darstellt. Die Analysten von Tallage haben in der Vorwoche 32,4 Mio. t genannt. Die offizielle Schätzung des französischen Statistikamtes Agreste hat vor drei Wochen noch 37,0 Mio. t Weichweizen ausgewiesen. In einer Woche wird die aktuelle August-Einschätzung von Agreste vorliegen. Vielleicht bringt sie etwas Klarheit, zumal dann die Ernte weitgehend abgeschlossen sein müsste.

Hektolitergewichte „auf Halbmast"

Die Analysten von ODA haben am Montag ihren Pessimismus damit begründet, dass die Ertragsmeldungen aus dem gesamten Nordosten Frankreichs weiter sinken. In der französischen „Kornkammer" nördlich von Paris war von Beginn an über schwache Ergebnisse bei Weichweizen berichtet worden. Und diese beziehen sich nicht nur auf die Erträge an sich. Spezifische Gewichte „auf Halbmast", ein „echtes Erdbeben", „noch nie so etwas erlebt" – das sind Kommentare von Landwirten, die landauf landab in den sozialen Netzwerken zu lesen sind. (db)
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