Freitagshandel startet mit negativen Vorzeichen

Die Kurse an der Pariser Börse starten an diesem Freitag schwächer. Negative Vorgaben aus Chicago stecken dahinter. An der Chicago Board of Trade (CBoT) haben die Preise für Mais, Weizen und Soja nach kräftigen Preissprüngen am Donnerstag deutlich nachgegeben.

Das Minus für Weizen an der Matif am frühen Freitag ist nach Einschätzung von Marktteilnehmern in Deutschland auf Gewinnmitnahmen in Chicago zurückzuführen. Dort haben Prognosen für möglicherweise kühlere Temperaturen und vereinzelte Niederschläge in den Anbaugebieten im Mittleren Westen der USA ab dem Wochenende für Schwäche gesorgt. Diese Gewinnmitnahmen könnten sich in der kommenden Woche fortschreiben, falls der angesagte Regen im Mittleren Westen tatsächlich fällt.

Nach Angaben des Analystenhauses Agritel reichen die derzeitigen Prognosen für die US-Maisernte von pessimistischen 135 bushel je acre bis hin zu 155 bushel je acre. Das US-Agrarministerium hat zuletzt mit 166 bushel je acre gerechnet.

Der heutige letzte Handelstag vor dem Wochenende könnte auch in Paris im Zeichen der Gewinnmitnahmen stehen, schätzen Großhändler die Lage ein. Am physischen Markt hierzulande berichten Händler von einer geringeren Abgabebereitschaft aus dem Erzeugerlager, da das Nachgeben der Preise verunsichert.

Fundamental sehen Marktteilnehmer den Getreidemarkt in Deutschland und Europa aber fest. Erwartete Ertragsrückgänge in den Schwarzmeerländern stehen weiter im Fokus des Interesses.

Am Kassamarkt in Deutschland ist ein Preisabschlag für Getreide ex Ernte weiterhin nicht in Sicht. Da die Mischfutterindustrie nach wie vor auf stabil hohem Niveau alterntigen Weizen nachfragt, schließen Beobachter auf eine knappe Anschlussdeckung an die neue Ernte. (pio)
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