Die Schwäche von Freitag scheint ausgeglichen. Die Kurse machen die Delle wieder gut. Getreide ist lebhaft nachgefragt.

An der Matif notiert Weizen für die Lieferung Januar 2013 heute gegen 12:30 Uhr bei 271,25 €/t und liegt damit 1,75 €/t über dem Schlusskurs von Freitag. Ähnlich freundlich ist die Tendenz für Raps mit einem Plus von 2,25 €/t für Februar 2013. Der Kurs steht bei 479,00 €/t.

Am süddeutschen Kassamarkt ist die Tendenz bei Weizen ausgesprochen fest. Die Kursentwicklung bei Weizen aller Qualitätsstufen profitiert indirekt auch von guten Exportmöglichkeiten in der zweiten Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahres. Anfragen aus Großbritannien erreichen auch direkt bayerische Getreidehändler. Gefragt sind in erster Linie die höheren Aufmischqualitäten. Konkrete Abschlüsse bilden bislang aber noch die Ausnahme.

Im Schnitt erhalten die bayerischen Landwirte für B-Weizen inzwischen knapp 244 €/t netto. A-Weizen wird mit gut 248 €/t abgerechnet. E-Weizen, der aktuell kaum in größerem Umfang gehandelt wird, erzielt auf Erzeugerebene durchschnittlich 259 €/t netto. Weiterhin können Anbieter aus Österreich und Ungarn in Italien proteinreichen Aufmischweizen preiswerter anbieten als ihre Kollegen aus Süddeutschland.

Relativ teuer bleibt der knapp verfügbare Futterweizen. Wobei Partien ohne Fallzahlangaben kaum offeriert werden. Deshalb orientieren sich die Marktteilnehmer annähernd an den Preisen für B-Weizen. Die Nachfrage der Mischfutterindustrie hat sich zuletzt wieder etwas belebt, nachdem die Verarbeiter während der vergangenen Wochen und Monate meist nur von der Hand in den Mund lebten. Offensichtlich fangen die Mischer am Platz allmählich an, die vergleichsweise hohen Notierungen zu akzeptieren. In Bayern liegen die Forderungen  für Futterweizen mit max. 10 Prozent Auswuchs bei 260 bis 264 €/t franko. Im Südwesten müssen die Käufer zum Teil deutlich tiefer in die Taschen greifen.

Nach wie vor versucht man, soweit dies in den Rezepturen möglich ist, Weizen durch Mais zu ersetzen. Die gute Nachfrage unterstützt aber auch die Maiskurse. Damit schwindet die Preisdifferenz zusehends. Die Kaufideen der Mischfutterindustrie im Raum Südoldenburg für Futterweizen aus dem Süden, liegen bei etwa 280 €/t franko. Größere Abschlüsse kommen noch nicht zustande. (HH)   
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