Bevor am Wochenende die Temperaturen weiter nach oben klettern sollen, sind in der südlichen Wetterau die ersten Wintergerstenschläge gedroschen worden. Die Hektolitergewichte seien mit mehr als 65 kg/hl in Ordnung, berichten Beobachter aus der Region. Doch die Erträge lägen mit 4,5 bis 5 t/ha deutlich unter dem Vorjahreswert. Das sei einerseits auf die Trockenheit zurückführen, aber auch krankheitsbedingt, heißt es. Am Wochenende rechnen Marktteilnehmer in der Region Wetterau damit, dass die Ernte richtig Fahrt aufnimmt.

Auch im Westen hat auf den leichten Böden des Rheinlands und des westlichen Münsterlandes die Wintergerstenernte sporadisch eingesetzt. Erst ab Donnerstag und Freitag wird mit einem nennenswerten Start der Erntearbeiten gerechnet. Die ersten Gerstenpartien weisen durchweg gute Naturalgewichte auf, die zwischen 66 und 67 kg/hl liegen. Die geernteten Partien kamen trocken herein, die Feuchtigkeitswerte lagen zwischen 11 und 13 Prozent. Über die Erträge lassen sich noch keine Aussagen treffen. Beobachtungen des Handels zufolge deuten sie auf eine durchschnittliche Ernte hin. Die Landwirte äußern vorsichtigen Optimismus. Die Nachfrage nach neuer Gerste ist verhalten, denn die Mischfutterindustrie ist noch mit alterntiger Ware versorgt. Die Preisfindung gestaltet sich bei den stark anziehenden Getreidepreisen am Terminmarkt schwierig.

Im EU-Ausland rollen die Mähdrescher ebenfalls. In Ungarn brachte der bisherige Gerstendrusch gute Mengen und Qualitäten, berichten Makler. Man stelle sich auf relativ viel Ware aus der Region ein. Die Preise für Futtergerste bewegten sich zwischen 140 und 142 €/t fob. (pio/St)
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