Gerstenähren knicken ab

Wintergerste im westdeutschen Raum ist oft überreif und muss dringend geerntet werden. Nächste Woche rechnet der Erfassungshandel mit Ansturm.

Vielerorts knicken jetzt die Gerstenähren ab. Dies lässt deutlichere Ertragseinbußen befürchten. Am stärksten betroffen scheint der westfälische Raum zu sein. In der Soester Börde liegen teilweise bis zu 40 Ähren/m² auf dem Boden. Es zeichnen sich Mindererträge bis zu 20  Prozent ab.

Auch im ostwestfälischen Raum rechnet man mit zehnprozentigen Einbußen durch abfallende Ähren. Mit Ausnahme des westlichen Münsterlandes hat die Gerstenernte in Westfalen noch nicht begonnen.

Im Rheinland ist die Wintergerstenernte etwa zur Hälfte abgeschlossen. Auf den tieferen Lagen ist sie weiter, hat aber auf den höheren Lagen und in den Mittelgebirgsregionen noch nicht einmal eingesetzt. Für die noch nicht gedroschenen Bestände sieht es weniger gut aus. In den südlichen Teilen fallen ebenfalls schon Ähren von den Halmen. Schätzungsweise sind etwa 30 bis 40 Prozent der Wintergerstenfelder betroffen.

Die Erträge zeigen im Westen starke Ausschläge zwischen 60 und 95 dt/ha. Die Qualität der Gerste fällt jetzt etwas ab. Die Hektolitergewichte haben sich gegenüber den früh gedroschenen Partien durchweg reduziert. Die Werte liegen teilweise schon im Grenzbereich für marktfähige Ware. Überwiegend passen die Qualitäten jedoch noch.

Die zuletzt geernteten Partien kamen überwiegend mit Feuchtegehalten von 16 bis 20 Prozent vom Feld. Zum Wochenanfang wird im gesamten westdeutschen Raum mit einem verstärkten Einsetzen der Gerstenernte und massiven Anlieferungen an den Erfassungsstellen gerechnet. Man geht davon aus, dass die Landwirte die Trockenphasen nützen und auch feuchtere Partien dreschen, zumal die Ernte des frühreifen Weizens und vom Raps unmittelbar bevorsteht.

Die Erzeugerpreise für Futtergerste haben sich mit den steigenden Getreidemärkten nach oben bewegt, weisen aber regionale Differenzen und ein Nord-Süd-Gefälle auf. In der Veredlungsregion Münsterland wurden zuletzt mit 230 €/t die höchsten Preise ausbezahlt, in den westfälischen Überschussgebieten nannte der Handel Erzeugerpreise von 215 €/t und im Rheinland von 218 bis 220 €/t. (St) 
stats