DBV-Erntebericht

Gerstenerträge überraschen positiv


Die Ernte von Wintergerste ist bundesweit am weitesten fortgeschritten. Die Ertragslage gestaltet sich in den Regionen Deutschlands in diesem Jahr äußerst heterogen, so der Deutsche Bauernverband (DBV). Die anhaltende Trockenheit habe vor allem in Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen, zu deutlichen Mindererträgen von 15 Prozent bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr geführt. Dagegen erreichten die Erträge auf Standorten mit ausreichenden Niederschlägen vor allem in den norddeutschen Bundesländern und im äußersten Süden nahezu das sehr gute Vorjahresniveau. Der DBV rechnet damit, dass im Bundesdurchschnitt 7,2 t/ha geerntet werden. Damit liegen die Erträge gut 6 Prozent unterhalb des Vorjahres. Wegen der höheren Anbaufläche (1,27 Mio. ha, plus 3 Prozent) wird sich die Wintergerstenernte auf 9,1 Mio. t belaufen und damit das Vorjahresniveau lediglich um 335.000 t unterschreiten.

Roggen mit Schmachtkorn

Für die bundesdeutsche Weizenernte lassen sich noch keine soliden Schätzungen ableiten, so der DBV. Auf den bisher gedroschenen Flächen im Süden, wo mehr als die Hälfte Ernte eingebracht wurde, liegen die Erträge 10 bis 15 Prozent unter dem guten Vorjahresergebnis. Beim Roggen lassen erste Druschergebnisse aufgrund eines hohen Anteils an Schmachtkorn regional Mindererträge in Größenordnungen von bis zu 30 Prozent befürchten, meint der Bauernverband. Im Bundesdurchschnitt könnten die Erträge mit 5 t/ha etwa 18 Prozent unterhalb des Vorjahresertrages liegen. Der DBV ist damit pessimistischer als der EU-Prognosedienst Mars, der mit Durchschnittserträgen von 5,38 t (minus 12,1 Prozent) rechnet. 

Deutlich weniger Raps

Auch beim Raps rechnet der DBV gegenüber dem Vorjahr mit sinkenden Erträgen. Verlässliche Aussagen seien aber noch nicht möglich, weil im Süden und Westen erst die Hälfte der Flächen gedroschen wurde und die Ernte in den großen norddeutschen Anbaugebieten noch nicht begonnen hat. Es scheine sich die Prognose zu bestätigen, dass die Rapsernte 2015 deutlich kleiner ausfallen wird als im Vorjahr, so die DBV-Experten. Ursachen seien der starke Schädlingsbefall wegen der verbotenen Beizung des Saatgutes und die Trockenheit im Frühjahr. Zudem wirke sich die mit 1,3 Mio. ha kleinere Anbaufläche (minus 90.000 ha) negativ auf das Ernteergebnis aus.

Der DBV-Erntebericht basiert auf den Meldungen der Landesbauernverbände über die tatsächlich geernteten Mengen. (SB)
stats