Ernte 2016

Getreidebauern in Hessen unzufrieden


Mit insgesamt rund 2,0 Mio. t liegt die hessische Getreideernte auf einer Anbaufläche von 287000 ha in diesem Jahr unter dem langjährigen Mittel. Die häufigen Niederschläge in Verbindung mit wenig Sonnenschein in der Hauptwachstumsphase des Getreides haben die Kornausbildung sehr beeinträchtigt. Deshalb sind die Hektolitergewichte beim Winterweizen auf 160000 ha und der Wintergerste auf 67000 ha unbefriedigend. Die Durchschnittserträge liegen unter dem langjährigen Mittel. Bei Roggen auf 15 000 ha und Triticale auf 18000 ha wird das Vorjahresniveau in etwa erreicht. 

Bei Winterraps, der in Hessen auf einer Fläche von 61000 ha angebaut wird, schwanken die Erträge zwischen 2,5 und 4,5 t/ha erheblich. Der langjährige Durchschnitt wird voraussichtlich verfehlt. Verschiedene Boden-, Witterungsverhältnisse und zum Teil hoher Pilzkrankheitsdruck führten in diesem Jahr auch bei anderen Fruchtarten zu extremen Ertragsunterschieden.

„Ohne gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen hätten wir in diesem Jahr weit höhere Ertrags- und Qualitätseinbußen hinnehmen müssen. Überall dort, wo übermäßig viele Niederschläge gefallen sind und die Sonne sich rar machte, beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet und in Südhessen, wurde das Pflanzenwachstum stark beeinträchtigt. In diesem Jahr hat sich einmal mehr gezeigt, dass schlechte Witterungsbedingungen auch durch die beste Technik nicht kompensiert werden können“, so Präsident Karsten Schmal.

Sehr unbefriedigend sind laut Bauernverband die Erzeugerpreise. Die Weizen-, Roggen- und Futtergerstenpreise sind zwischen 15 und 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau angesiedelt. Beim Raps fehlen 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein schwacher Trost seien gute Grünlanderträge und die Hoffnung auf passable Silomais- und Zuckerrübenernten. (dg) 
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