Die Gerste überrascht in Ostdeutschland mit guten Hektolitergewichten. Der erste Raps ist enttäuschend. Die Dürre beflügelt den Roggen- und Weizenpreis. Die Gerstenernte ist in Ostdeutschland so gut wie abgeschlossen. In Brandenburg sind rund 80 Prozent der Gerste gedroschen, in Sachsen schätzen Händler steht höchstens noch 30 Prozent auf dem Halm. Nach dem Wochenende wird die Gerstenernte wohl beendet sein. Wider Erwarten sind die Hektolitergewichte ordentlich. In Brandenburg liegt das Gros zwischen 65 und 69 kg/hl, was für die leichten Standorte sehr gut ist. In Sachsen werden Hektolitergewichte von 65 und 66 kg genannt. Die Gerstenerträge reichen je nach Standort von 65 bis 85 dt/ha. Die Preise sind ex Ernte sehr fest. In Brandenburg werden 101 bis 102,5 €/t gezahlt. In Sachsen erreicht der Gerstenpreis 105 €/t. Für September werden sogar 110 €/t geboten.

Von der großen Trockenheit ist die Gerste verschont geblieben. Sorgen bereiten den Landwirten jedoch die noch stehenden Getreidearten und der Raps. In Sachsen haben erste Rapsproben von leichten Böden nur 37 bis 41 Prozent Ölgehalt gebracht. Auch im Ertrag lagen die Proben bei bescheidenen 25 bis 30 dt/ha. In Brandenburg startet am Wochenende neben dem Raps ebenfalls die Roggenernte. Auch die ersten Weizenpartien stehen vor dem Drusch. "Dieses Jahr kommen alle Kulturarten durcheinander", berichten Händler. Beim Roggen könnten kleine Körner die Preise heben. Es wird eine Spanne von 100 bis 110 €/t ex Ernte für Roggen genannt. Beim Weizen zeichnen sich auf Grund der Dürre geringe Proteingehalte ab. "E-Weizen wird rar werden", befürchten Händler. Für B- und Futterweizen sind 135 bis 140 €/t ex Ernte realistisch. Für A-Weizen gibt es wohl Aufschläge von etwa 3 €/t. E-Weizen notiert derzeit bei 155 €/t. (sta)
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