Ernte 2015

Gewitter verzögern Drusch


In den nächsten Tagen wird im südlichen Emsland, im Osnabrücker Land und im Raum Nienburg mit dem Start des Gerstendruschs gerechnet. An der Küste wird die Ernte erst in einer guten Woche beginnen. Auch in den höher gelegenen Bereichen Südniedersachsens bleibt noch Zeit bis zum Erntestart.

Die Erwartungen sind verhalten optimistisch. Dass nicht an die Rekorderträge des vergangenen Jahres angeknüpft werden kann, sei klar, durchschnittliche Ergebnisse seien aber noch möglich, meint ein Erfassungshändler. In der vergangenen Nacht und heute Vormittag ist eine Gewitterfront durch Niedersachsen gezogen, die vier bis zehn Liter Niederschlag gebracht hat. Vor allem den Maisbeständen tut der Regen gut. Ob Weizen, Roggen und Raps noch profitieren können, bleibt abzuwarten.

Die Preise für Wintergerste ex Ernte zeigen eine weite Spanne. Aufgrund der aktuellen Wettermärkte sei eine Preisfindung ausgesprochen schwierig, meint ein Erfassungshändler. Heute werden für Gerste frei Landlager zwischen 160 €/t an der Weser und 170 bis 175 €/t im Oldenburger Münsterland sowie im Emsland bezahlt.

Die Anbaufläche für Getreide wurde in Niedersachsen in diesem Jahr um knapp vier Prozent auf 854.000 ha ausgedehnt. Vor allem Sommergerste (plus 26,3 Prozent), Hafer (plus 11,6 Prozent) und Sommerweizen (plus 11,2 Prozent) legten deutlich zu, wenn auch auf niedrigem Niveau. Auch Winterweizen (plus 3,0 Prozent) und Wintergerste (plus 5,7 Prozent) wurden mehr gedrillt, während die Anbaufläche für Triticale und Roggen nahezu unverändert blieb. Rückläufig ist der Anbau von Winterraps (minus 8,5 Prozent), Mais (minus 1,8 Prozent) Zuckerrüben (minus 14,3 Prozent). Kartoffeln werden unverändert auf rund 105.000 ha abgebaut. (SB)
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