Marktversorgung

Große Rapsländer enttäuschen

Die EU-Rapsernte 2017 schätzt die EU-Kommission auf 21,7 Mio. t. Das wären 10 Prozent mehr als im schwachen Vorjahr. Im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt bleibt ein Plus von gut 2 Prozent.

In den beiden großen Rapserzeugungsländern Deutschland und Frankreich, die in Jahren mit hohen Erträgen jeweils mehr als 5,0 Mio. t ernten, sind die Erwartungen eher mäßig. Die Schätzungen für die deutsche Rapsernte bewegen sich zurzeit um die 4,8 Mio. t, in Frankreich um die 4,7 Mio. t. In beiden Fällen ist die Ernte zwar höher als 2016, aber in Deutschland sind es 9 Prozent weniger und in Frankreich 6 Prozent weniger als im Fünfjahresmittel.

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Einen Satz nach oben im Vergleich zum Vorjahr macht 2017 aber die polnische Rapsernte. Das Land baut seine 3. Position in der EU aus. Mehr Raps als 2016 erwartet die EU-Kommission auch in England und Rumänien.

Hoch bleiben werden die Weltmarktkäufe der EU. Denn die Rapsernte von 21,7 Mio. t reicht bei weitem nicht aus, um den Bedarf der Ölmühlen zu decken. Die EU-Kommission schätzt die Rapsimporte 2017/18 auf 3,5 Mio. t. Im Vorjahr mussten die europäischen Ölmühlen mit 4,6 Mio. t sogar noch mehr importieren. Die größten Rapsmengen stammen aus Australien. Dort zeichnet sich in der kommenden Saison wegen Trockenheit allerdings eine kleinere Ernte ab. (db)
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