Große Schwankungsbreite bei süddeutscher Wintergerste

Der Wintergerstendrusch wird in Süddeutschland immer wieder durch Regenschauer unterbrochen. Bisher sind kaum 5 Prozent der Ernte eingebracht.

Die Bestände lassen vor allem südlich der Donau recht gute Durchschnittserträge erwarten. Besonders günstig sind die Prognosen für Oberbayern und Schwaben. Die ersten Erträge schwanken hier zwischen 60 und 90 dt/ha. Die Naturalgewichte werden mit 64 und 66 kg/hl angegeben.

In den fränkischen Landesteilen sowie im nördlichen Baden-Württemberg sind die Verhältnisse dagegen recht unterschiedlich. Hier wird regional mit teilweise sehr schwachen Ergebnissen gerechnet. Erste Erträge liegen um 40 bis knapp 60 dt/ha. Die Hektolitergewichte bewegen sich um 58 bis 62 hg.

Frostschäden und Trockenheit in wichtigen Vegetationsphasen seien die Ursachen dafür, heißt es in der Landwirtschaft. Alle Mengen und Qualitätsangaben sind wegen der geringen Erntemengen aber keinesfalls repräsentativ.

Ex Ernte hat sich noch kein richtiger Markt bilden können. Die bayerischen und württembergischen Mischfutterwerke zeigen bislang erst relativ wenig Interesse an Wintergerste aus der neuen Ernte.

Häufig erscheinen den Futtermischern Forderungen von 210 bis 215 €/t franko nicht preiswert genug. Offensichtlich vermuten die Verarbeiter aus der reichlicheren Sommergestenernte einen größeren Anteil an Futterqualitäten, der sich Preis dämpfend auswirken könnte. Es werden wohl auch vermehrt Anfragen der Exporteure erwartet.

Die Erzeugerpreise für Wintergerste haben sich noch nicht so richtig entwickelt. Marktbeobachter aus dem Erfassungshandel erwarten Erzeugerpreise um 200 €/t netto, ab Hof oder frei Erfassungshandel. Dies erscheint Landwirten in dichten Veredelungsregionen nicht attraktiv genug.

Noch ist die Verkaufsbereitschaft der Landwirte sehr verhalten. Ein Großteil der Ernte bleibt erfahrungsgemäß ohnehin auf den Vieh haltenden Betrieben. Der Handel innerhalb der Landwirtschaft ist ebenfalls noch nicht angelaufen. (HH)
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