Gute Ertragsaussichten für thüringische Braugerste

Eine durchschnittliche Sommergersteernte zeichnet sich in Thüringen ab. Der Anbau von Winterbraugerste nimmt zu.

Gute Wachstums- Reifebedingen herrschen derzeit in Thüringen für die Sommergerste. Nur nördlich von Weimar im Thüringer Becken melden einige Betriebe Schäden durch Mäusebefall.

Die Ernte der Sommergerste wird in 14 Tagen erwartet. Nach Angaben eines Sprechers des Thüringer Braugerstenvereins wurde die Anbaufläche um 9.000 auf 38.000 ha ausgedehnt. Dabei war der Anteil der Umbruchflächen weniger ausgeprägt als in anderen Bundesländern. Auf etwa 31.000 ha steht Braugerste.

Als die wichtigsten Sorten werden Grace, Quench und Marte genannt. Teilnehmer der diesjährigen Braugerstenfahrt erwarten einen durchschnittlichen Ertrag von 5 t/ha in diesem Jahr.

Über die Vermarktungschancen von Braugerste gehen die Meinungen auseinander. Viele Marktteilnehmer wollen zunächst abwarten, wie sich die Preise für Futtergerste entwickeln und werden wohl die Ware einlagern.

Von den Verarbeitern werden Preise in Höhe von 210 bis 215 €/t aufgerufen. Thüringen liefert Braugerste in andere Defizitregionen Deutschlands, so dass in die Kalkulation noch Frachtraten von bis zu 20 €/t einbezogen werden müssen.

Die ersten Ergebnisse der Winterbraugersteernte stellen zufrieden. Immer mehr Landwirte in Thüringen stellen auf diese Kultur um. Sie haben sich auf die Besonderheiten in der Bestandführung gut vorbereitet.

Mit einem Rückgang des Gerstenanbaus in Thüringen wird nicht gerechnet. Im Gegenteil, auf Grund der hohen Rapspreise dürfte der Rapsanbau ausgedehnt werden. Voraussetzung dafür sind früh räumende Kulturen wie eben die Gerste, damit die Rapsaussat bis Ende August abgeschlossen werden kann. (da)
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