Ernte 2015

Halbzeit in Großbritannien


Die britische Beratungsorganisation Adas berichtet, dass Wintergerste und Raps bis auf Restflächen in Schottland gedroschen sind. Zur Wochenmitte ist das Wetter aber unbeständiger geworden. Bis Mittwoch waren nach Schätzungen von Adas landesweit etwa 40 Prozent des Weizens und 20 Prozent der Sommergerste eingebracht. Über alle Mähdruschfrüchte hinweg soll etwa die Hälfte der nationalen Fläche gedroschen sein. Bislang liegen fast alle Erträge zum Teil deutlich über dem mehrjährigen Durchschnitt. Lediglich Hafer bringt nur mittelmäßige Ergebnisse.

Winterweizen bringt Supererträge

Die jetzt vorliegenden Druschproben von Winterweizen deuten darauf hin, dass 2015 der langjährige Ertragsdurchschnitt von 7,7 t/ha um 8 bis 12 Prozent überschritten wird. Futterweizen bringt bis zu 15 t/ha. Adas kann sich ein nationales Ergebnis von 8,3 bis 8,6 t/ha vorstellen. Bislang kommen außerdem hohe Hektolitergewichte und Fallzahlen herein. Der Proteingehalt bewegt sich zwischen 11 und 13,5 Prozent. Bezüglich der Qualitäten schränkt Adas allerdings ein, dass die Ergebnisse bislang vorwiegend von den Sorten auf den früheren Standorten stammen und noch nicht repräsentativ für das gesamte Land sind.

Nachdem die Wintergerstenernte fast abgeschlossen ist, geht Adas von einem nationalen Durchschnittsertrag von 7,2 bis 7,6 t/ha aus. Damit wird wahrscheinlich das Zehnjahresmittel von 6,5 t/ha um 11 bis 17 Prozent übertroffen. Auch Sommergerste verspricht hohe Erträge. Adas berichtet von einer mittleren Erwartung von 5,9 bis 6,2 t/ha, was 9 bis 15 Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt wäre. Qualitätsaussagen trifft die Beratungsorganisation noch nicht.

Winterraps mit Ausreißern

Bei Winterraps geht Adas ebenfalls von überdurchschnittlichen Erträgen aus. Der nationale Mittelwert könnte 3,6 bis 3,8 t/ha erreichen – das wären 3 bis 9 Prozent mehr als der zehnjährige Durchschnittswert von 3,4 t/ha. Die Ölgehalte sollen 42 bis 47 Prozent erreichen. Allerdings kommt es zu erheblichen Abweichungen zwischen den Betrieben. Dort, wo der Rapserdfloh ein Problem war, fallen die Erträge deutlicher ab. In England hat der britische Bauernverband NFU deswegen in den betroffenen Regionen für eine begrenzte Fläche eine Notfallgenehmigung für die Beizung mit Neonicotinoiden erkämpft. (db)
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