Ernte 2017

Harte Ernte in Südniedersachsen

Die Ernte 2017 werden die Landwirte in der Hildesheimer Börde nicht so schnell vergessen. Viele Flächen sind noch immer überflutet, sodass mit Totalausfällen gerechnet werden muss. Nach Niederschlagsmengen von 100 bis 270 mm sind die nicht überschwemmten Böden aufgeweicht. Überall, wo es möglich ist, versuchen die Landwirte den Weizen vom Acker zu bekommen. Trotz Raupenfahrwerk oder Zwillingsbereifung fahren sich die Maschinen immer wieder fest und müssen von Schleppern herausgezogen werden, berichtet ein Landwirt gegenüber agrarzeitung.de.

Schwache Hektolitergewichte und hohe Proteingehalte

Bis jetzt konnte nur auf etwa 10 Prozent der Flächen Weizen gedroschen werden. Die Erträge liegen leicht unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Fallzahlen bereiten keine Probleme. Die Hektolitergewichte könnten dagegen höher sein. Sie erreichen mit 76 bis 77 kg gerade so die in den Kontrakten geforderten Werte. Überraschend gut fällt der Proteingehalt aus, der 1,5 Prozent höher liegt als erwartet. So kommt B-Weizen mit 13,5 Prozent Eiweiß in die Silos.

Wasser fließt nur langsam ab

An die Vermarktung verschwenden die Landwirte heute keinen Gedanken. Die Mühlen bieten für B-Weizen ex Ernte 170 €/t. Weil das Wasser der Flüsse und Bäche nur langsam abfließt, stehen viele Äcker mit Raps und Weizen noch immer unter Wasser. Auf diesen Flächen drohen Totalverluste. Trotz der knapp durchschnittlichen Hektarerträge dürfte die Gesamtmenge der Weizenernte in der Region deshalb spürbar unter dem Durchschnitt liegen.

Rapserträge enttäuschen

Klar ist, dass in der Hildesheimer Börde in diesem Jahr weniger Raps geerntet wird. Der Drusch ist zu 80 Prozent beendet. Die noch offenen Flächen liegen etwa zur Hälfte in den Überschwemmungsgebieten. Die Erträge und Qualitäten enttäuschen. Bei der Menge fehlen 25 bis 30 Prozent gegenüber durchschnittlichen Jahren. Statt 4 bis 5 t/ha wurden bisher nur 3 bis 4 t/ha geerntet. Die Ölgehalte sind mit 40 Prozent schwach. (SB)
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