-- , Foto: Hessischer Bauernverband

Schon zur Aussaat von Weizen und Raps im Herbst 2016 war es viel zu trocken und die Wasserknappheit zog sich bis Juni 2017 hin. Karsten Schmal, Bauernpräsident in Hessen, berichtet bei der Erntepressekonferenz heute in Friedrichsdorf in der Wetterau über geringe Niederschlagsmengen, die nichts Gutes erwarten lassen. Die Wintergerstenernte sei zu 90 Prozent abgeschlossen. Schmal selbst hat auf seinem Hof in Nordhessen noch nicht einmal mit der Wintergerstenernte begonnen.

Dafür geht es jetzt mit der Winterweizenernte weiter. Auf leichten Standorten liegen die Erträge 10 bis 15 Prozent unter dem Vorjahr. Auf guten Böden hat der Niederschlag dazu geführt, dass der Weizen noch grün ist. Schmal befürchtet Schwierigkeiten beim Ernten, weil die Schläge nicht gleichmäßig abreifen.

Beim Winterraps meldet der Präsident einen Rückgang der Anbaufläche um 4.000 ha. Wegen der Trockenheit im Herbst 2016 waren die Aussaatbedingungen schwierig, die Bestände waren lückig aufgegangenen. Viele Flächen mussten umgebrochen werden. Die Erträge von Raps dürften stark schwanken zwischen 2,5 und 5 t/ha. Insgesamt dürfte das fünfjährige Mittel in Höhe von 3,8 t/ha um 10 Prozent unterschritten werden. Roggen, Triticale und Hafer stehen noch auf dem Feld.

Positiv äußerte sich der Milchbauer Schmal zum Futteranbau. Auch Zuckerrüben und Mais entwickelten sich gut. „Der Mais steht kurz vor der Blüte, dem tut der Regen richtig gut", sagte Schmal, der in diesen beiden Kulturen hohe Erträge erwartet.

Schmal rechnet insgesamt für Hessen mit keiner Superernte. Dafür kann er über höhere Erlöse als vor einem Jahr berichten. Der Erzeugerpreis für Wintergerste habe sich von 108 €/t im Vorjahr auf derzeit 128 €/t verbessert, für Weizen bekomme man 150 €/t bezahlt, für den Raps erzielen Landwirte derzeit rund 340 €/t. Die Milchpreise haben sich mit 34 ct/kg wieder erholt, vor einem Jahr waren es gerade 20 ct/kg. Auch Schweinefleisch kostet wieder mehr. (da)
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