Friedhelm Schneider (r.) zeigt aufgeplatzte Rapsschoten. Daneben Bernd Weber vom HBV.
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Friedhelm Schneider (r.) zeigt aufgeplatzte Rapsschoten. Daneben Bernd Weber vom HBV.

Vor allem das Wetter könne den Landwirten noch einen Strich durch die Rechnung machen, sagte Friedhelm Schneider, Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), heute in Babenhausen. Bei der Erntepressekonferenz seines Verbandes berichtete er von bislang durchschnittlichen Ertragserwartungen.

Für Südhessen und das Rhein-Main-Gebiet, wo die ersten Mähdrescher bereits vor drei Wochen unterwegs waren, geht Schneider für  Wintergerste von „zufriedenstellenden bis guten" Erträgen aus. Im Durchschnitt könnte Wintergerste 6,5 t/ha bringen.

Unsicher sind die Prognosen für Winterweizen, der in Hessen mehr als die Hälfte der Getreidefläche einnimmt. Wegen der Trockenheit im Juni reifte der Weizen vor allem in Frühdruschgebieten zu früh ab und wird deshalb sein Ertragspotential voraussichtlich nicht voll ausschöpfen können. „Den überdurchschnittlichen Vorjahresertrag von 8,5 t/ha werden wir deshalb in diesem Jahr wohl nicht erreichen", so Schneider.

Auch Winterraps bereitet regional Sorgen. Die Bestände sind aufgrund der Trockenheit teilweise lückig. Durch den Starkregen der vergangenen Woche sind in einigen Beständen die Rapsschoten aufgeplatzt. Ertragsverluste sind die Folge. „Es wird schwierig, an das Ertragsniveau der vergangenen Jahre von 3,7 t/ha heranzukommen", sagte Schneider.

Zuckerrüben und Kartoffeln haben dagegen von den Niederschlägen profitiert. Hier klagte Schneider jedoch über die „dramatisch gesunkenen" Frühkartoffelpreise. Sie liegen nach Angaben des Bauernpräsidenten zurzeit 40 Prozent unter dem Vorjahrespreis. (heu)
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