Ernteschätzung

Hitze kostet in Tschechien Ertrag

Das Statistikamt in Prag rechnet in seiner ersten Schätzung für 2017 mit rund 6,9 Mio. t Getreide (ohne Mais). Gegenüber der sehr hohen Vorjahresernte würden etwa 10 Prozent weniger gedroschen. Im Vergleich zum Fünfjahresmittel würde das aktuelle Ergebnis rund 3 Prozent kleiner ausfallen, relativiert die Behörde. Grund für den Rückgang sind nach Angaben des Statistikamtes vor allem geringere Ertragserwartungen. Die Herbstbestellung ist in Tschechien nicht optimal verlaufen. Deswegen sind mehr Flächen mit den ertragsschwächeren Sommerungen bestellt worden.

Hitzewelle hat dem Getreide zugesetzt

Die beiden mit Abstand dominierenden Getreidearten in Tschechien sind Weizen und Sommergerste. Die Weizenernte 2017 könnte im Vergleich zur sehr hohen Vorjahresernte um etwa 12 Prozent auf rund 4,8 Mio. t zurückgehen. Der EU-Prognosedienst MARS hat ebenfalls vor einer Woche berichtet, dass die Hitzewelle im Juni gerade in Tschechien einigen Weizenbeständen zugesetzt hat. Tschechien ist außerdem in der EU ein bedeutendes Land für den Braugerstenanbau. Die tschechische Sommergerstenernte könnte um 4 Prozent auf unter 1,2 Mio. t sinken, obwohl die Fläche um 4 Prozent ausgedehnt worden. Aber das Statistikamt rechnet wegen des Wetters mit deutlich niedrigeren Hektarerträgen als üblich.

Raps bringt unterdurchschnittliche Erträge

Etwa stabil geblieben im Vergleich zum Vorjahr ist der tschechische Rapsanbau. Allerdings könnten die Erträge deutlich zurückgehen. Die Ernte würde mit weniger als 1,3 Mio. t Raps etwa 8 Prozent unter dem Vorjahr und 7 Prozent unter dem Fünfjahresmittel liegen. Tschechien ist fünftgrößtes Rapserzeugungsland in der EU. Die vorderen Plätze nehmen Deutschland, Frankreich, Polen und Großbritannien ein. (db)
stats