Ernte 2017

Hitze schmälert Österreichs Weizen

Das berichtet der österreichische AIZ-Infodienst und beruft sich auf Aussagen der Agrarmarkt Austria (AMA). Die Gesamtproduktion (ohne Mais) werde auf rund 2,8 Mio. t geschätzt und liege somit rund 800.000 t unter der vorjährigen Rekordmenge und um etwa 10 Prozent unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt. Inklusive Mais geht AMA derzeit von einer prognostizierten Gesamterzeugung von 4,7 Mio. t aus. Dieser Wert beeinflusse die österreichische Getreidebilanz negativ. Bei einem wachsenden Inlandsverbrauch steigere sich der Import-Nettobedarf von 300.000 t Getreide auf zirka 1,4 Mio. t, vorausgesetzt die aktuelle Maisernte entspreche den derzeit ohnehin schon mäßigen Erwartungen, so Günter Griesmayr, Vorstandsvorsitzender der Agrarmarkt Austria (AMA). Der Hauptgrund für die geringere Ernte seien die fehlenden Niederschläge, aber auch die kleinere Anbaufläche gewesen. Die Qualität der Ernte werde - insbesondere bei Weizen - als sehr gut bewertet.

Getreidefläche auf Rekordtief

Die österreichische Getreideanbaufläche umfasste derzeit 556.638 ha und sei somit gegenüber dem Vorjahr um knapp 4 Prozent auf ein Rekordtief geschrumpft. Ölsaaten wurden von den Landwirten als wirtschaftlich interessante Alternative zum Getreide im aktuellen Jahr vermehrt angebaut. Die Sojabohne  landet auf einem Rekordwert von 64.467 ha. Raps konnte die Trockenheit besser kompensieren als Weizen. In den vergangenen Jahren wurden die Bioanbauflächen im Inland nahezu verdoppelt und stellen nach Angaben der AMA mit einem Anteil von 14 Prozent der Gesamtanbaufläche ein bedeutendes Marktsegment dar.

Herbsternte wird schlechter ausfallen

Die Herbstkulturen Mais, Sonnenblumen, Sojabohnen sowie Zuckerrüben seien bisher von der Trockenheit und Hitze regional unterschiedlich stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Bestandeshöhen und die Kolben- sowie Hülsenansätze von Mais und Soja seien je nach Bodenbonität und Niederschlag sehr unterschiedlich und würden eine deutlich geringere Erntemenge als im Vorjahr erwarten lassen, so die AMA. (mrs)
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