Hohe Erwartungen an Raps im Norden

In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern dürfte Anfang August mit der Rapsernte begonnen werden. Die Ertragserwartungen steigen. Höchst zufrieden zeigen sich Landwirte und Händler über die Verfassung der Rapsbestände. Mit Ausnahme einiger Regionen in Vorpommern stehen die Bestände dicht, und die Schoten sind gut gefüllt.

"Wenn die günstige Witterung anhält, erwarten wir im Nordosten Erträge von 37 bis 38 dt/ha beim Raps", erklärte ein Rapseinkäufer im Gespräch mit agrarzeitung.de. Ein Großteil der Ware sei bereits vorkontrahiert. Bis zu 70 Prozent dürfte der Anteil der Vorkontrakte mittlerweile erreicht haben. Aktuell ist eine gewisse Zurückhaltung in der Landwirtschaft angesagt. Mit dem Verkauf der restlichen Mengen wollen die Erzeuger noch abwarten. Im Wochenverlauf erreichten die Rapsnotierungen an der Matif Kurse bis zu 470 €/t.

Das Angebot an Raps dürfte in Norddeutschland im kommenden Wirtschaftsjahr 2012/13 begrenzt sein. Es fehlen immerhin 100.000 ha, die im vergangenen Herbst weniger als in Vorjahren in Schleswig-Holstein und vor allem Mecklenburg-Vorpommern ausgesät wurden. Einfuhren aus Polen und Tschechien wird es nur in kleinem Umfang geben. Gerade in Polen zahlen Ölmühlen hohe Preise für die Saat, sodass Ware aus Tschechien dorthin wandert.

Die hohen Kurse für Rapsschrot, die noch für die alte Ernte bezahlt werden, sind derzeit die Margengeber für die Ölmühlen, beschreibt ein Händler die Situation. Doch bleiben die Spannen weiterhin unbefriedigend, weil die schwache Nachfrage und das niedrige Preisniveau von Rapsöl enorm belasten. Insofern wird auch die Ölmühle in Rostock die geplante Kapazitätserweiterung noch nicht ausschöpfen. 

Die guten Ernteerwartungen sind auch Anreiz für einen Ausdehung der Anbauflächen von Raps im Herbst 2012. Auch auf den DLG-Feldtagen berichteten Landwirte, dass sie wieder mehr Raps aussäen wollen. Mit Blick auf die Notierungen an der Matif für August 2013 in Höhe von 440 €/t könnte sich die Ausweitung rechnen. (da)
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