Hohe Trocknungskosten für Gerste

Immer wieder unterbrechen Regenschauer die Gerstenernte in Mitteldeutschland. In den Frühdruschgebieten ist der Weizen reif.

Die feuchte Atlantikströmung verhindert derzeit einen zügigen Fortgang der Gerstenernte. In Sachsen-Anhalt und östlichem Niedersachsen ist die Gerstenernte zu etwa 75 Prozent eingefahren. Auf den ersten Blick überraschen relativ gute Erträge von 6 bis 7,5 t/ha. Auf einigen Schlägen sind jedoch die Hektolitergewichte niedrig.

Landwirte und Pflanzenbauer berichten von hohem Schmachtkornanteil. Dies wird auf die dichten Bestände zurückgeführt. Von Auswinterungen blieb diese Region meist verschont, eine Schneedecke hatte die Bestände vor Frost geschützt. Vielmehr verhinderte die Trockenheit im Frühjahr eine optimale Kornausbildung.
 
Auf Grund der Schauerneigung können die restlichen Gerstenpartien nicht geerntet werden. Viele Betriebe wollen auch die hohen Trocknungskosten nicht in Kauf nehmen und hoffen, am Wochenende die Ernte fortsetzen zu können. Dann sollte es auch mit dem Weizen beginnen, der jetzt reif ist. 

Schlecht ist es auch mit dem Stroh bestellt, das beispielsweise Betriebe an Pferdehalter oder an Bioethanolanlagen liefern. Das Stroh liegt in Schwaden auf dem Feld und trocknet nicht ab. 

Zum Verkauf kommt derzeit überwiegend Gerste, die schon vor Monaten vertraglich zur Lieferung ex Ernte vereinbart wurde. Der Preisunterschied zu den aktuellen Kursen ist teilweise beachtlich. Landwirtschaftliche Betriebe haben noch im Frühjahr Kontrakte für Gerste von 160 bis 170 €/t geschlossen. Nun werden 210 bis 230 €/t aufgerufen.

Doch sind Landwirte derzeit vorsichtig, sich zur Lieferung auf einen bestimmten Termin zu verpflichten. Zu hoch ist das Risiko, dass das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht und die Qualitätsvereinbarungen nicht eingehalten werden können. (da)  
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