Hohe Weizenqualitäten in Frankreich

Heterogen zeigen sich die Ernteergebnisse in Frankreich. Seit der Wochenmitte ist der Drusch unterbrochen. Die bisher hohen Weizenqualitäten könnten auch dort abfallen. Bis auf Restflächen abgeschlossen ist die Ernte von Wintergerste. Sie hat überwiegend Erträge von 60 bis 80 dt/ha bei zufriedenstellenden Qualitäten gebracht, berichtet France Agricole. Weniger erfreulich sind die Aussichten für Sommergerste, wo der Drusch noch bevorsteht. Hier könnten die Erträge auf 40 bis 60 dt/ha zurückfallen. Außerdem werden auch in Frankreich zu hohe Proteingehalte befürchtet.

Die Rapsernte zeigt große Abweichungen. Regional sind zwischen 25 und 90 Prozent der Flächen gedroschen, berichtet France Agricole weiter. Bisher sind die Rapserträge mit durchschnittlich 35 bis 45 dt/ha überraschend hoch. Pflanzenbauexperten führen dies darauf zurück, dass in Frankreich der Raps überwiegend rechtzeitig gesät worden ist. Allerdings gibt es auch Regionen mit dürftigen Erträgen. An der Loire-Mündung sollen sie im Mittel nur 26 dt/ha erreichen, allerdings mit Abweichungen von 15 bis 50 dt/ha.

Der Weizen muss in Frankreich überwiegend noch gedroschen werden. Nur in den frühen Gebieten sind etwa 20 Prozent vom Halm. Diese ersten Partien zeigen nach dem Bericht von France Agricole Erträge zwischen 55 und 70 dt/ha und damit bis zu 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Auch hier gibt es Ausreißer nach oben und unten, wie in der Champagne mit Weizenerträgen von 30 bis 95 dt/ha. Die Qualität des bisher gedroschen Weizens ist durchweg gut. Die Proteine entsprechen den Sorteneigenschaften. Zusätzlich berichtet France Agricole von „außergewöhnlich hohen" Hektolitergewichten, die bis 83 kg/hl reichen. Allerdings könnten jetzt mit den Regenfällen sowohl diese Werte als auch die Fallzahlen nach unten gehen.

Unverändert berufen sich zurzeit alle Marktbeobachter auf die Ernteschätzung, die das Statistikamt Agreste vor 14 Tagen veröffentlicht hat. (db)
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