IGC für Russland pessimistisch


Am Schwarzen Meer sinken die Erwartungen an die Getreideernte. In Russland könnte sich das Exportpotenzial gegenüber dem Vorjahr halbieren.

Binnen eines Monats hat der Internationale Getreiderat (IGC) die Ernteprognose für die drei Länder, die Getreide über die Schwarzmeerhäfen anbieten, um zusammen mehr als 12 Mio. t gesenkt. In Russland und Kasachstan kommt die Abstufung der Weizenernte zum Tragen. In der Ukraine hat der IGC kräftige Abstriche an der Prognose für die Gersten- und Maisernte vorgenommen.

In Russland rechnet der IGC 2012 nur noch mit einer Getreideernte von knapp 77 Mio. t. Das ist die niedrigste Menge, die bisher zu hören ist. Vor einer Woche hat das Moskauer Agrarministerium eine offizielle Prognose von 80 bis 85 Mio. t genannt. Den russischen Inlandsbedarf taxiert das Ministerium auf etwa 72 Mio. t. Der IGC geht allerdings nur von etwa 64 Mio. t aus und erkennt noch Exportmöglichkeiten für 2012/13 von etwa 13 Mio. t Getreide. Diese Menge wäre allerdings nur halb so groß wie in der Vorsaison, als Russlands Weizenexporte über viele Monate den Weltmarkt dominiert hatten.

Für Kasachstan und die Ukraine erwartet der IGC einen weniger dramatischen Rückgang der Exporte. Beide Länder hatten 2011 hohe Getreideernten eingebracht, waren aber bei den Exporten nicht recht zum Zuge gekommen. Deswegen sind dort die Vorräte vergleichsweise reichlich. (db)
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