Importeure bevorzugen günstigen US-Weizen


Ägypten hat in seinem jüngsten Bieterverfahren US-Herkünften den Zuschlag erteilt. EU-Ware war zu teuer.

Am Samstag hat der staatliche ägyptische Weizeneinkäufer, die General Authority for Supply Commodities (GASC), in einem Tender 60.000 t US-Weizen der Sorte Soft Red Winter gekauft. Den Zuschlag erhielt das Handelshaus Venus für 306,80 US-$/t, fob. Die Ware soll Anfang März geliefert werden.

Das Wechselkursverhältnis dürfte die Entscheidung der GASC für US-Weizen begünstigt haben. Der im Verhältnis zum US-Dollar derzeit feste Euro senkt die Wettbewerbsfähigkeit von Weizen aus der Europäischen Union (EU). Am vergangenen Freitag ist der Fronttermin März für Mahlweizen an der Matif mit 248,50 €/t aus dem Handel gegangen. Umgerechnet wären das rund 338 US-$/t - oder gut 30 US-$/t mehr, als Ägypten jetzt für den US-Weizen zahlt.

In der Tat wurde eine Offerte von Glencore für französischen Weizen zu 355 US-$/t deutlich unterboten, berichtet der Informationsdienst agrimoney.com. Allerdings würden Analysten anmerken, dass die Offerte von Venus auch deutlich günstiger sei als die Preise, mit denen andere US-Anbieter in das Rennen gezogen waren. Daher sei der Preis, der sich in diesem Bieterverfahren durchgesetzt habe, möglicherweise nicht repräsentativ für den US-Markt insgesamt.

Das französische Analystenhaus Agritel wertet den Ägypten-Tender in einem Marktkommentar von heute als Beweis dafür, dass „EU-Herkünfte einen Wettbewerbsnachteil durch den starken Euro haben.“ (pio)
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