Ernte 2017

In Westfalen nur noch Futtergetreide

Knapp unterdurchschnittliche Weizen-Erträge haben die Landwirte in der Soester Börde gedroschen. Nur auf etwa 10 Prozent der Fläche steht noch Weizen. Die Rapsernte ist komplett abgeschlossen. In Ostwestfalen steht noch rund ein Drittel des Weizens auf dem Feld. Nach den erneuten Regenfällen in der vergangenen Woche sind die Flächen vielfach nicht befahrbar. Unter der nassen Witterung haben nun die Fallzahlen gelitten. Partien, die zuletzt angeliefert wurden, haben nach Berichten aus dem Erfassungshandel nur noch Futterqualität. Schwache Hektolitergewichte waren in diesem Jahr schon bei den früh geernteten Partien ein Problem.

In der Soester Börde können die Landwirte trotz der Qualitätsprobleme ihre Kontrakte bedienen. Vor der Ernte ist mehr als die Hälfte der Ware verkauft worden. Aus der Ernte heraus wurden weitere Mengen vermarktet. Die Erzeugerpreise lagen dabei bei rund 155 €/t. Derzeit werden die Kontrakte abgewickelt. Die örtlichen Mühlen sind bei niedrigen Hektolitergewichten durchaus zu Kompromissen bereit und akzeptieren bei entsprechenden Abschlägen auch schwächere Partien. In Ostwestfalen ist deutlich weniger Weizen vor der Ernte vermarktet worden. Aktuell besteht auf dem niedrigen Preisniveau wenig Interesse, sich von den besseren Partien zu trennen.

Die Rapsernte enttäuschte auch in Westfalen. Ertragseinbußen von 10 bis 20 Prozent und niedrige Ölgehalte lassen keine Freude aufkommen. Die Landwirte hoffen, dass sich die schwache deutsche Ernte in höheren Preisen niederschlägt und lagern die Rapssaat deshalb ein. (SB)
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