Kassamarkt blickt USDA gelassen entgegen


Von den heutigen Ernteschätzungen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums werden kaum neue Impulse erwartet. Weizen tendiert bei ruhigem Geschäft etwas schwächer.
 
Die Erwartungshaltung der Getreidewirtschaft an den heutigen USDA-Report ist eher bescheiden. Das Gros der Teilnehmer rechnet für Weizen mit einem neutralen Bericht und erwartet folglich keine neuen Impulse für den ohnehin vor sich hin dümpelnden Markt. Allenfalls bei Mais könnte sich durch höhere US-Endbestände eine leicht bärische Tendenz einstellen, sagen Marktteilnehmer. 

Auch die Futtermittelbranche sieht der Schätzung gelassen entgegen. „Möglicherweise wird die Sojabohnenernte in Argentinien etwas reduziert, dafür in Brasilien angehoben, so dass es unter dem Strich kaum große Änderungen geben wird. Neue Impulse kommen allenfalls durch das Wetter“, vermutet ein Norddeutscher Händler.

Die Märkte tendieren dementsprechend ruhig. Die schwächere Tendenz beim Weizen hält an, auch wenn sich die Märznotierung an der Matif im heutigen Mittagshandel mit knapp 245 €/t geradeso behaupten konnte. Die Stimmung an den Märkten ist unterschwellig schwächer. Mit 264 bis 265 €/t bleiben die Futterweizenpreise in Südoldenburg bei sehr kleinen Umsätzen gedrückt. Am Hamburger Markt haben sich die franko-Preise nach den zuletzt rückläufigen Matifnotierungen auf 258 bis 259 €/t reduziert.

Die Exportnachfrage deutschen Weizen flaut zunehmend ab. Es werden zwar noch alte Kontrakte abgewickelt, doch ab April sehen westdeutsche Marktbeobachter inzwischen die Chancen für den deutschen Weizen schwinden. Die ruhigere Nachfrage mache sich bereits in schwachen Abrufen aus bestehenden Weizenkontrakten bemerkbar, die auf die Exporte in die Seehäfen zugeschnitten sind.

Auf der anderen Seite wurden zwischen dem 19. und 25. Januar von deutschen Importeuren 167.000 t US-Weizen mittlerer und niedriger Qualität aus dem bestehenden Importkontingent abgerufen. Die Zahlen sind erst in dieser Woche in die EU-Lizenzveröffentlichungen eingeflossen. Die Importe müssen bis Ende März abgewickelt sein. Es wurde zwar gerätselt, wer oder was dahinter stecken könnte, doch für große Aufregung haben die Einfuhren am hiesigen Markt nicht gesorgt.

Die Rapsmärkte zeigen leicht freundlichere Tendenzen, werden aber weiterhin primär vom Sojakomplex unterstützt. An den Kassamärkten war die Stimmung etwas besser. Die Börsengewinne vom Vortag haben sich auch an den physischen Märkten mit einem Plus von etwa 2 €/t niedergeschlagen. Im Westen werden Rapspreise franko Ölmühle zwischen 485 bis 487 €/t je nach Parität genannt. Ölmühlen und Händler verhielten sich aber vor dem USDA-Zahlen abwartend. (St) 
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