Kassamarkt ignoriert Börsenrutsch


Die Weizen- und Rapskurse an der Matif sind heute weiter auf Sinkflug. Die Verladungen an den Seehäfen von Weizen dauern an.

Stell Dir vor die Kurse an den Börsen rutschen und kaum einen interessiert es. Mit diesem Bild ist die aktuelle Situation am Kassamarkt in Deutschland zu beschreiben. Die Aufregung darüber, dass die Weizenkurse an der Matif gegenüber dem Vortag um 6 €/t auf 248,75 €/t zum Mittag gesunken sind, löst nicht wirklich eine Welle der Verunsicherung aus. Sicher, an den Seehäfen, wo derzeit die Schiffe für den Export von Weizen verladen werden, geben die Papierkurse um 2 bis 3 €/t nach. Doch am Kassamarkt scheint die Schwäche kaum Aufsehen zu erregen.

"Die Börsenkurse sind in die Zukunft gerichtet und spiegeln nicht den Kassamarkt aktuell wieder", betonen Marktteilnehmer auf Anfrage von agrarzeitung.de. "Wir werden nicht von Ware überrollt. In den Regionen um die Verarbeitungsbetriebe ist Weizen und Gerste gesucht und nicht im Überfluss vorhanden. Erfassungshändler und Landwirte haben sich in die Weihnachtsferien verabschiedet.


Der Handel ruht nahezu bis Mitte Januar. Die Landwirte sind nach den guten Verkäufen im 1. Vermarktungshalbjahr 2012/13 finanziell in einer guten Ausgangslage und setzen auf wieder steigende Kurse an den Börsen. Auch die meisten befragten Händler, weisen darauf hin, dass zu Weihnachten die Notierungen meist sinken, um dann wieder zu steigen. Nicht viel besser sieht es an der Börse Matif beim Raps aus. Der Februar-Kontrakt verliert um 6,25 auf 445,00 €/t.

Das Angebot ist aber auch nicht drängend. Sollten sich die optimistischen Schätzungen für die australische Rapsernte bewahrheiten, schließen Marktteilnehmer eine Korrektur der Rapspreise Anfang 2013 nicht aus. Bei Notierungen, die für März um 450 €/t fob Mittellandkanal stehen, lassen die Margen der Ölmühlen zu wünschen übrig. Teilweise musste die Ware wesentlich teurer eingekauft werden. (da)
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