Kassamarkt vor Wasde in Habachtstellung

Kurz vor den USDA-Zahlen heute Nachmittag üben sich Käufer und Verkäufer in Zurückhaltung. Einige Marktteilnehmer rechnen mit einer kleinen Preisdelle.

Die Mahlweizenkurse an der Matif in Paris schaffen es heute Mittag nicht aus den roten Zahlen. Mit einem leichten Minus von 0,25 €/t notiert der Januartermin bei 266,25 €/t. Der Frontmonat Februar bei den Rapssaat-Futures notiert stabil bei 475 €/t. Mais zum Januartermin bewegt sich seitwärts 251,25 €/t. An der Chicago Board of Trade liegen Weizen und Mais in den Miesen; einzig die Kurse für Sojabohnen und –schrot klettern aufwärts.

Den deutschen Kassamarkt beeindruckt das Minus an den Börsen zumindest bei Weizen derweil kaum. „Auf den Hamburger Markt gerechnet haben wir seit Freitag vielleicht einen Euro oder 50 Cents verloren, die Matif hat in dem Zeitraum bereits knapp drei Euro eingebüßt“, sagte ein Hamburger Händler zu agrarzeitung.de. B-Weizen, franko Hamburg, Basis Januar, wird heute Mittag mit 278 bis 279 €/t bewertet.

Die Geschäftstätigkeit am deutschen Kassamarkt beschreiben Händler im Norden und im Nordwesten vor Veröffentlichung der USDA-Zahlen als ruhig. Es sei schwierig, Ansätze zu finden, um Handelsaktivitäten zu generieren, meint ein Marktteilnehmer aus Niedersachsen. Alle Beteiligten wollten erst einmal abwarten, wie das Zahlenwerk aus Washington ausfällt.

Der globale Getreidemarkt stellt sich auf eine Aufwärtskorrektur der US-Maisbestände ein. Dadurch wird für die Getreidekurse an den internationalen Börsen zumindest mit einer vorübergehenden Preisdelle gerechnet. Gleichzeitig erwarten Beobachter, dass das US-Agrarministerium in seinem neuen Wasde-Bericht die US-Sojabestände weiter nach unten korrigieren wird.

Nach wie vor sind Mischfutterhersteller am Markt. Ihren Deckungsgrad schätzen Hamburger Händler für Januar 2013 auf 60 Prozent; für die Folgemonate Februar/März erwarten Marktteilnehmer noch Kaufinteresse aus der Mischfutterindustrie. Nach Angaben aus dem nordwestdeutschen Markt gibt es auch immer mal wieder Anfragen seitens der Mühlenindustrie, da „Mehlgeschäft für Februar bis Juli rohstoffseitig nicht in einem Rutsch abgedeckt wird“.

Dass die USA diese Woche einen Tender über 115.000 t Weizen Richtung Ägypten für sich entscheiden konnten, nimmt der hiesige Handel gelassen auf. Es sei klar, dass nicht eine Herkunft allein die Lücke füllen könne, die sich in der laufenden Saison durch deutlich geringere Schwarzmeer-Exporte auftue, heißt es dazu. Als ein Anzeichen dafür, dass die USA der EU Anteile im Exportgeschäft abjagen könnten, werten hiesige Händler den jüngsten Ägypten-Tender jedenfalls nicht.

Marktteilnehmer verweisen in dem Zusammenhang auch auf den niedrigen Wasserstand des Mississippi. Der Fluss sei an einigen Abschnitten schwer schiffbar. Sinkt der Pegel im Winter weiter, dürfte die US-Exportlogistik davon getroffen werden. (pio)
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