Ernte 2016

Katastrophale Erträge in Vorpommern


In der Gegend zwischen Rostock und Stralsund ernten einige Landwirte Gerstenerträge von nur 50 dt/ha. Bei Raps kommen gerade einmal 15 bis 25 dt/ha herein. Die Erträge bei Gerste werden dort deutlich unter dem Fünfjahresschnitt liegen. Auch der Deutsche Bauernverband erwartet im Bundesdurchschnitt nur einen Hektarertrag von 67 dt/ha Gerste. Gegenüber dem sehr guten Vorjahresergebnis von 77 dt/ha entspricht dies einem Rückgang von knapp 13 Prozent.

Die Erzeugerpreise liegen momentan in Mecklenburg Basis Abrechnung September ab Feld für Gerste um 126 €/t (Vorjahr: 152 €/t), für den B-Weizen um 157 €/t (Vj: 178 €/t), und für Raps um 350 €/t (Vj: 375 €/t). Damit liegen die Erzeugerpreise deutlich unter Vorjahresniveau.

Die Rapsernte läuft in Norddeutschland auf Hochtouren. Die ersten Druschergebnisse sind ebenfalls enttäuschend: Auf den leichten Böden in Vorpommern werden unter 25 dt/ha Raps geerntet. Frostschäden und Wassermangel haben ihre Spuren hinterlassen. In Sachsen-Anhalt liegen die Erträge um 35 dt/ha und in Thüringen um 45 dt/ha. Hamburger Händler rechnen mit einem Ernterückgang beim Raps in Deutschland um mindestens 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Russland hingegen erwartet 2016 eine Getreideernte von weit mehr als 110 Mio. t. Der Internationale Getreiderat (IGC) hat seine Schätzung sogar auf fast 113 Mio. t erhöht, darunter 70 Mio. t Weizen. Damit wäre der bisherige Rekord aus dem Jahr 2008 mit 108 Mio. t Getreide übertroffen. Gut 32 Mio. t Getreide sind bis heute in Russland eingebracht. Aus der Ukraine ist von höheren Erträgen als bisher erwartet die Rede.

Frankreich erntet eine relativ schlechte Brotweizenqualität. Für qualitativ hochwertige Partien sehen die Händler Chancen bessere Preise, falls es in Frankreich tatsächlich zu Qualitätseinbußen kommen sollte. Die Vermarktungsmöglichkeiten aus der Ernte 2016 werden von den Händlern am Hamburger Markt als gut angesehen. Die Versorgung der Verarbeiter ist knapp und auch der Umfang der Vorkontrakte ist niedriger als in den vergangenen Jahren. Allerdings lagern auf den Höfen auch noch Restmengen aus der Ernte 2015. (Ps)
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